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26/11/2018 16:13 CET

Umweltministerin Schulze stellt 5-Punkte-Plan im Kampf gegen Plastik vor

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dpa
Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

► Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat am Montag einen Fünf-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling vorgestellt.

► Schulze will unter anderem mit dem Handel eine Selbstverpflichtung zur Reduzierung von Plastikmüll vereinbaren. Verpackungen sollen wenn möglich vermieden und umweltschonender gestaltet werden.

► Außerdem will das Umweltministerium das Recycling-System stärken und mit einer Kampagne die Wegwerfgewohnheiten der Deutschen ändern.

Was Schulze konkret im Kampf gegen Plastik plant: 

1. Vermeidung von überflüssigen Produkten und Verpackungen: Die Bundesregierung unterstützt ein europaweites Verbot von bestimmten Einweg-Plastikartikeln wie Plastikgeschirr, das noch in diesem Jahr beschlossen werden soll.

Auf nationaler Ebene will das Bundesumweltministerium darüber hinaus erreichen, dass der Handel eine freiwillige Selbstverpflichtungen eingeht, überflüssige Verpackungen zu vermeiden. Vorbild ist die Vereinbarung zu Plastiktüten, die es seit zwei Jahren gibt. 

Mehr zum Thema: Ein Plastikverbot hat keine Chance, wenn wir unsere Ernährung nicht ändern

Zudem sollen Alternativen zur Plastiknutzung gestärkt werden, etwa durch eine Initiative zur Nutzung von Leitungswasser als Trinkwasser.

2.) Umweltfreundliche Gestaltung von Verpackungen und Produkten:

Hersteller von Verpackungen müssen Lizenzentgelte an die Müllentsorgungssystem für Entsorgung und Recycling bezahlen.

Ab 1. Januar 2019 sollen Hersteller dafür weniger zahlen müssen, wenn sich ihre Verpackungen gut recyceln lassen oder aus recyceltem Material bestehen. 

3.) Recycling stärken:

Das Umweltministerium will ab dem 1. Januar 2019 die Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen von derzeit 36 Prozent zunächst auf 58,5 Prozent erhöhen. Ab dem 1. Januar 2022 steigen sie wie im Verpackungsgesetz beschlossen auf 63 Prozent.

Hersteller, Händler und Recycler sollen daran arbeiten, die Qualität und die Akzeptanz von Recycling zu steigern. 

4.) Wegwerfgewohnheiten verbessern:

Das Umweltministerium will besser aufklären, um Plastik im Kompost zu vermeiden. Unter dem Motto “Weniger ist mehr” wird es eine Kampagne gegen Wegwerfgewohnheiten geben. 

5.) Verstärktes Vorgehen gegen Plastik im Meer

Insgesamt 50 Millionen Euro hat der Bundestag am Freitag dafür im Haushalt 2019 zur Verfügung gestellt. 50 Millionen Euro werden im kommenden Jahr für den Kampf gegen die Vermüllung der Meere eingesetzt.

Das hat der Bundestag am Freitag beschlossen. Umweltministerin Schulze will vor allem den Export von Technologien gegen die Vermüllung der Meere fördern.

Darum ist es wichtig: 

Pro Kopf produziert jeder Deutsche im Jahr 220 Kilogramm Verpackungsmüll, 130 Kilogramm davon sind Plastik.

Einiges davon landet im Meer. 75 bis 80 Prozent des gesamten Mülls in den Weltmeeren ist Plastik.

Wenn sich unser Konsumverhalten nicht bald drastisch ändert, werden die Ozeane zu tödlichen Müllfallen. Bereits jetzt sind die Folgen für Tiere im Wasser verheerend. Jährlich sterben eine Million Vögel und 100.000 Meeressäugetiere am Plastikmüll in unseren Meeren.

Zugleich bergen Plastik und Mikroplastik auch Gesundheitsgefahren für uns Menschen.