ELTERN
21/08/2018 10:40 CEST | Aktualisiert 28/08/2018 15:54 CEST

Umgangsrecht beim Vater – Wie es funktioniert

Das Umgangsrecht fair und zum Wohle der Kinder regeln.

Markus Wegmann via Getty Images
  • In gutem Einvernehmen getroffene Regelungen zum Umgangsrecht führen zu einer optimalen Lösung.
  • Klare Regeln, die jede Seite einhält, bewähren sich.
  • Die Ferien sollen kein Verwöhnprogramm sein.

Das Umgangsrecht steht oftmals im Zentrum des Streits, der nach einer Scheidung um die Kinder entsteht. Aber dieses Problem lässt sich leicht lösen.

Das Umgangsrecht aus juristischer Sicht

Das Umgangsrecht regelt das Anrecht eines minderjährigen Kindes, Zeit mit seinen Eltern zu verbringen, und umgekehrt den Anspruch der Eltern auf Kontakt mit ihrem Kind. Nach einer Scheidung hat der Sorgeberechtigte automatisch das Umgangsrecht für sein Kind, das in der Regel in seinem Haushalt lebt.

Aber der nicht sorgeberechtigte Elternteil hat ebenfalls einen Anspruch darauf, sein Kind zu sehen. Das Gesetz legt fest, dass ein Kind regelmäßigen Umgang mit beiden Elternteilen braucht, um sich ungestört zu entwickeln. In den einschlägigen Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuches finden sich aber keine detaillierten Regelungen.

Beide Elternteile finden im Idealfall ohne die Hilfe eines Gerichts eine Umgangsregelung, die es dem Kind ermöglicht, ausreichend viel Zeit mit seinem Vater und mit seiner Mutter zu verbringen. Wenn eine derartige Verständigung nicht gelingt, können die Betroffenen das Familiengericht anrufen, das in dem Fall eine verbindliche Regelung trifft.

Das Wohlergehen des Kindes hat Priorität

Die Regelung des Umgangs fällt wesentlich leichter, wenn geschiedene Eltern die folgenden Grundsätze beachten.

Nach den Verletzungen, die eine Scheidung beziehungsweise Trennung bei den Beteiligten hinterlässt, fällt es oftmals schwer, aber dessen ungeachtet ist es empfehlenswert, dass beide Elternteile im Interesse des Kindes ein Mindestmaß an Respekt dem anderen gegenüber aufbringen. Wenn der Partner einen komplett anderen Erziehungsstil pflegt, ist nichtsdestotrotz grundsätzlich davon auszugehen, dass er sein Kind liebt und sich um sein Wohlergehen bemüht.

Auch interessant: 25-Jährige erklärt, wie wahre Liebe halten kann – und rührt Millionen Menschen

Das Kind sollte nicht zum Zankapfel der Eltern werden. Es hängt gleichermaßen an Vater und Mutter und nimmt durch eine Konkurrenzsituation, die seine Eltern aufbauen, schweren Schaden

Wenn beide diese Tatsachen verinnerlichen, lässt sich in jedem Fall eine Möglichkeit finden, eine tragfähige Verständigung über die Regelung des Umgangsrechts zu erzielen. Falls es trotz alledem zum Streit kommt, ist es ausgesprochen hilfreich, wenn sich beide vernünftig verhalten und in die Position des anderen hineinversetzen.

Das Umgangsrecht für den Vater 

Lucaa15 via Getty Images

Jeder Mutter sollte es eine Herzensangelegenheit sein, dass ihr Kind die Gelegenheit bekommt, sich intensiv mit dem eigenen Vater auszutauschen. Nicht zuletzt helfen regelmäßige Besuche der Mutter, selber kleine Auszeiten für die eigenen Interessen und Freizeitaktivitäten zu gewinnen.

Wenn es um den Urlaub oder um das Besuchsrecht geht, helfen klare Absprachen beiden Seiten und geben Planungssicherheit. Gleichzeitig ist es für das Kind von großem Vorteil, wenn es weiß, mit welchem Elternteil es wann zusammen ist.

In der Praxis hat es sich bewährt, wenn Väter, die ihre Kinder ausschließlich an den Wochenenden oder in den Ferien sehen, diese nicht mit einem aufwendigen Unterhaltungsprogramm oder mit teuren Geschenken verwöhnen. Es geht vielmehr darum, den Alltag gemeinsam zu erleben und für alle Seiten positiv zu gestalten.