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07/03/2018 12:06 CET | Aktualisiert 07/03/2018 14:32 CET

Stalker schikaniert sie 2 Jahre: Seine wahre Identität erschüttert die Frau

"Ich beharrte gegenüber der Polizei darauf, dass sie sich geirrt haben", sagte das Opfer.

Sussex Police
Paul P. stalkte seine eigene Frau fast zwei Jahre lang.
  • Zwei Jahre lang quälte ein Stalker Amanda P. aus Bexhill in Großbritannien
  • Dann fand die Polizei heraus, dass ihr Ehemann hinter den Schikanen steckte

Zwei Jahre lang lebte die Britin Amanda P. in einem Albtraum: Ein Stalker terrorisierte sie mit düsteren Nachrichten und trieb sie beinahe in den Selbstmord. Das berichtet die britische Zeitung “The Guardian”.

► Schließlich fand die Polizei heraus, um wen es sich bei Amandas Peiniger handelte: Es ist ihr eigener Ehemann.

Ein Gericht hat ihn nun überführt und zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Stalker gab sich als alter Freund aus

Paul P., der Ehemann des Opfers, richtete sich Facebook- und Email-Accounts ein, in denen er sich als sein eigener Freund aus der Schulzeit ausgab.

► Er schickte seiner Frau Nachrichten, in denen er behauptete, sie zu beobachten. Außerdem schikanierte er sie mit intimen Details aus ihrem Privatleben.

Seine Frau, die als Kindergärtnerin arbeitet, belastete die Tortur so sehr, dass sie sogar über Selbstmord nachdachte. Das sagte sie in einem Interview in der Sendung “This Morning” des britischen Senders ITV.

Amanda P.: “Er war mein Fels”

Während Paul seine Frau immer weiter quälte und zusah, wie es ihr zunehmend schlechter ging, spielte er gleichzeitig den liebenden Ehemann und spendete ihr Trost.

► “Er war mein Fels. Ich habe immer gesagt, dass es sich anfühlt, als ob dieser Stalker meine Gedanken und Gefühle kennen würde”, sagte sie in dem TV-Interview, “aber tatsächlich saß er direkt neben mir.”

Umso härter traf es Amanda, als die Polizei ihr mitteilte, dass ihr eigener Mann der Täter sei

“Ich habe es einfach nicht geglaubt, ich wollte und konnte es nicht glauben. Ich beharrte gegenüber der Polizei darauf, dass sie sich geirrt haben. Es kann einfach nicht sein”, sagte sie im Interview.

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Er versteckte ihren Pass

Zwischen Dezember 2015 und Juni 2017 schickte Paul seiner Frau unzählige Nachrichten von seinen Fake-Accounts. Laut “Guardian” fragte er sie nach ihren bisherigen Sexualpartnern und nannte sie eine “Schlampe”. Er erwähnte auch, dass er sie beim Joggen beobachten könne.

Einmal ging Amandas Ehemann so weit, dass er ihren Pass versteckte, um sie an einer Reise mit Freunden zu hindern.

► Außerdem kontaktierte er unter falschem Namen die Eltern und Kollegen seiner Frau. Sogar zu ihren eigenen Accounts verschaffte er sich Zugang und verschickte ähnliche Nachrichten. 

► Schließlich ging Amanda zur Polizei.

Die Beweislast war erdrückend

Die kam ihrem Ehemann auf die Schliche, als er ein Foto vom Eingang des Flughafens von Gatwick an seine Frau schickte.

Laut “Guardian” konnten die Beamten nachverfolgen, wie sein Auto am Terminal ankam. Eine Überwachungskamera hielt fest, wie er das Foto aufnahm.

Außerdem fand die Polizei heraus, dass einige der Stalking-Nachrichten über den Router im Haus des Paares verschickt wurden.

► Paul leugnete das Verbrechen. Die Beweislast war jedoch erdrückend, wie der “Guardian” berichtet.

So habe die Jury vor Gericht nur 30 Minuten gebraucht, um ihn des Stalkings, des Zwangs- und Kontrollverhaltens zu überführen.

Jetzt muss er für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Amanda möchte ein neues Leben anfangen

“Zu wissen, dass es die eine Person war, von der ich dachte, ich könnte ihr immer vertrauen, ist besonders hart”, sagte Amanda nach der Festnahme ihres Ehemanns gegenüber dem “Guardian”. Sie fügte hinzu: “Ich vertraue niemandem mehr”.

Amanda ist Mutter von drei Töchtern.

► Die Mädchen habe die Tat ihres Vaters genauso mitgenommen wie ihre Mutter. Im Interview mit ITV sagte sie: “Meine Kinder sind am Boden zerstört. Meine älteste Tochter ist seit dem Gerichtsverfahren eine völlig andere Person.”

Nun möchte Amanda mit ihren Kindern ein neues Leben beginnen, sagte sie dem Sender.

(lm)