POLITIK
12/07/2018 15:50 CEST

Seenotretter: Über 600 Menschen sind in 4 Wochen im Mittelmeer ertrunken

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Darrin Zammit Lupi / Reuters
Ein Boot mit Migranten vor der Küste Libyens (Archivbild). 

► Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee prangern die tödlichen Folgen der EU-Migrationspolitik der vergangenen Wochen an.

► In den vergangenen vier Wochen seien mehr als 600 Menschen im Mittelmeer gestorben, darunter auch Babys.

Europa trage die Verantwortung dafür. “Es war eine kaltblütige Entscheidung, Menschen, Frauen und Kinder im Mittelmeer ertrinken zu lassen. Das ist unfassbar und nicht hinnehmbar”, teilen die Hilfsorganisationen am Donnerstag mit.” 

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Das muss man zu der Alarmmeldung wissen: 

► Rettungsschiffe vieler Hilfsorganisationen dürfen oder können derzeit nicht mehr im Mittelmeer nach ertrinkenden Migranten suchen. Mehrere Schiffe sind in europäischen Häfen festgesetzt.

Vor allem die populistische italienische Regierung fährt seit ihrem Amtsantritt vor einem Monat eine harte Linie gegen Migranten. Die Behörden verbieten Schiffen von Hilfsorganisationen mit Flüchtlingen an Bord, in italienischen Häfen anzulegen. 

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Die libysche Küstenwache hat nach den Angaben der Organisationen dieses Jahr etwa 10.000 Menschen auf dem Mittelmeer abgefangen und Lagern inhaftiert. Unumstritten ist, dass die Bedingungen dort furchtbar sind, Menschenrechte werden nicht eingehalten.

Das fordern die Helfer: 

Die Organisationen fordern, die Regierungen müssten selbst Such- und Rettungsmissionen starten. Italiens Regierung hatte angekündigt, selbst Militärschiffe mit Flüchtlingen nicht mehr aufnehmen zu wollen.

(ll)