POLITIK
20/04/2018 10:12 CEST | Aktualisiert 20/04/2018 11:01 CEST

Über 1200 Asylanträge ohne Grund angenommen? Verdacht auf Korruption beim Bamf

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Fabrizio Bensch / Reuters
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Berlin.

Mehr als 1200 Flüchtlinge könnten Recherchen von “Süddeutscher Zeitung” , NDR und Radio Bremen zufolge unberechtigt einen positiven Asylbescheid bekommen haben.

► Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) soll demnach in einen Korruptionsskandal verwickelt sein. Der Verdacht lautet auf Bestechlichkeit und bandenmäßige Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragsstellung.

► Betroffen sei eine leitende Mitarbeiterin der Behörde, die in Bremen arbeitete. Sie habe in den 1200 Fällen unberechtigt Asyl gewährt. Mittlerweile wurde die Frau demnach suspendiert.

Darum ist der Vorwurf gegen das BAMF wichtig:

Der Fall zeigt erneut, wie fragil die Bürokratie des deutschen Asylsystem ist. 

Mehr zum Thema: Personalchaos im Bamf: Erfahrene feuern, Neulinge einstellen

Noch ist laut der “SZ” jedoch nicht klar, ob und wie die Beamtin mit dem missbräuchlichen Vorgehen bei den Asylanträgen Geld verdiente. Die Beschuldigte soll Gefälligkeiten wie etwa Restaurant-Einladungen angenommen haben.

Das müsst ihr noch über den Fall wissen: 

Viele der vom Bamf bevorteilten Antragsteller sollen Jesiden gewesen sein, berichtet die “Süddeutsche Zeitung”. Diese werden zwar häufig als Flüchtlinge anerkannt, selten aber als asylberechtigt

Die Bremer Bamf-Mitarbeiterin könnte diesen Umstand ausgenutzt haben. Gegen sie, drei Rechtsanwälte aus Bremen und Niedersachsen sowie einen Dolmetscher laufen nun Ermittlungen.