POLITIK
03/08/2018 16:02 CEST | Aktualisiert 03/08/2018 16:15 CEST

Tunesier plante offenbar Rizin-Anschlag an "geschlossem und belebtem Ort"

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dpa
SEK-Beamte mit Schutzmasken verlassen ein Hochhaus in Köln. Die Kleidung soll sie vor Rizin schützen.

► Der Islamist Sief Allah H. hat nach Angaben der Bundesanwaltschaft vom Freitag tatsächlich geplant, einen Anschlag mit dem Gift Rizin in Deutschland zu verüben. “Er wollte an einem geschlossenen und belebten Ort einen Sprengsatz mit einer mit Rizin präparierten Splitterladung zünden.”

► Ob der Tunesier, der mit Frau und Kindern in einer Kölner Sozialwohnung lebte, schon ein konkretes Ziel ins Auge gefasst habe, sei nicht bekannt.

► Aufgrund der neuen Erkenntnisse wurde der Haftbefehl gegen Mann, der im Juni 29 Jahre alt war, um den dringenden Tatverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erweitert. Bisher ging es um einen Anfangsverdacht, der sich nun offenbar bestätigt hat. 

Darum ist der Fall so brisant: Tunesier plante offenbar Rizin-Anschlag an "geschlossem und belebtem

Rizin ist ein Gift, das aus Pflanzensamen gewonnen wird und bereits in niedrigsten Dosen tödlich wirkt. Es gilt als biologische Kriegswaffe. Es kann über das Blut, über Nahrung oder die Atemwege in den Körper gelangen.

Im Juni hatte die Polizei bei H. Rizin und Utensilien für einen Sprengsatz entdeckt. Den Behörden zufolge hat sich H. auch darum bemüht, in die Terrororganisation Islamischer Staat aufgenommen zu werden.

Was ihr noch wissen müsst: Tunesier plante offenbar Rizin-Anschlag an "geschlossem und belebtem

In Tunesien sind zwei Verdächtige im Zusammenhang mit Fall festgenommen worden. Das teilte das Innenministerium in Tunis am Freitag mit. Einer von ihnen habe mit H. ausgemacht, zur gleichen Zeit in Deutschland und Tunesien jeweils einen Bombenanschlag auszuführen. 

Der andere Festgenommene habe H. versprochen, ihm nach seiner Tat in Deutschland mit falschen Papieren zur Flucht zu verhelfen. 

In Tunesien war zuletzt ein Netzwerk aufgedeckt worden, mit dem Extremisten mittels gefälschter Pässe Terroristen aus Syrien und dem Irak über Tunesien nach Europa schmuggeln wollten. Ob es einen Zusammenhang gibt, blieb zunächst unklar. 

(mf)