POLITIK
01/06/2018 09:54 CEST | Aktualisiert 05/06/2018 10:54 CEST

Tumult bei AfD-Rede von Poggenburg: Ordner zerren Frau aus dem Saal

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Im Video oben seht ihr, dass auch Politiker nicht immer erwünscht sind: Björn Höcke wird von Opel-Mitarbeitern aus Demo geschmissen.

Bei einer Rede des AfD-Politikers André Poggenburg ist es zu Tumulten gekommen. Der ehemalige Chef der sachsen-anhaltinischen AfD hatte am Donnerstag in Markkleeberg in Sachsen unter dem Motto “Für Frieden und Demokratie - gegen Extremismus” gesprochen.

Auch mehrere Gegendemonstranten hielten sich im Veranstaltungsraum auf. Ein Video des MDR zeigt, wie ein Ordner versucht, eine junge Frau aus dem Raum zu zerren. Die Frau wehrt sich, ruft “Fass mich nicht an” und versucht, den Arm des Mannes wegzuschlagen.

Der HuffPost sagte Poggenburg: “Mehrere Störer haben versucht, Fragen während meines Redebeitrags zu stellen. Sie wurden darauf aufmerksam gemacht, dass sie ihre Fragen gerne nach der Rede in der Diskussionsrunde stellen können.” Dann sei es immer lauter geworden. Den Aufforderungen, den Raum zu verlassen, sei die Frau aus dem Video nicht nachgekommen.

Wie Poggenburg die Situation einschätzt

“Ich finde es wirklich, wirklich schade, was da passiert ist”, sagte Poggenburg. Man habe die Störer in den Saal gelassen, obwohl sich abgezeichnet hatte, dass sie zum “Gegner-Lager” gehören. “Dann lässt man die schon rein und dann nutzen sie das für so etwas”, kritisierte der AfD-Politiker.

► Das Handeln des Ordners nannte Poggenburg im Gespräch mit der HuffPost “angemessen”. “Was wollen Sie denn machen, außer den Leuten zu sagen, dass sie bitte gehen sollen?”

► Normalerweise sei das “kein großes Theater”. Da die Frau sich massiv gewehrt habe, sei aber eine “regelrechte Rangelei” entstanden. “Das ist unschön, aber auch von ihr verursacht worden.”

Was andere sagen:

Bei Twitter werfen der AfD mehrere Kommentatoren mangelnde Kritikfähigkeit vor. Sie halten das körperliche Eingreifen des Sicherheitsmannes für unverhältnismäßig. 

Wie der MDR berichtet, nutzte Poggenburg den Vorfall, um “Linksextremismus” als die “neue Seuche in Deutschland” zu titulieren, was ihm den Beifall von AfD-Anhängern einbrachte.

Ein Sprecher der AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt erklärte gegenüber der HuffPost, Poggenburg habe lediglich vom “politischen Linksextremismus” als “neue Seuche” gesprochen. 

Zum Hintergrund: Poggenburg leitet im Landtag die umstrittene Enquete-Kommission zum Thema Linksextremismus. 

Laut des aktuellen Verfassungsschutzberichtes gibt es in dem Bundesland rund 1300 Rechtsextremisten und 490 Linksextremisten.