POLITIK
26/09/2018 07:19 CEST | Aktualisiert 26/09/2018 10:46 CEST

Trumps Weltenbrandrede: Warum die UN-Ansprache des US-Präsidenten ein Fanal ist

HuffPost-These.

Freiheit. 

Für nichts stehen die Vereinigten Staaten von Amerika mehr, als für dieses Prinzip: Die Freiheit jedes einzelnen Menschen; die Freiheit, sich zu entfalten, nach dem Besten zu streben. 

Es ist dieses Prinzip der Freiheit, das die USA zum mächtigsten Land der Welt gemacht hat und das der kompletten Nachkriegsordnung zu Grunde liegt – einer Ordnung, aus der auch die Vereinten Nationen entstanden sind.

Der Liberalismus hat die Welt zusammengeführt. 

Doch am Dienstagabend trat US-Präsident Donald Trump vor die versammelten Länder der Welt – und erklärte der Freiheit den Krieg. 

Trump lehnt alles ab, für das sein Land in der Welt steht

Trump war vor die Vollversammlung der Vereinten Nationen getreten, um eine Ode an sich selbst zu halten. 

“Meine Regierung hat in zwei Jahren mehr erreicht, als nahezu allen anderen Regierungen zuvor”, prahlte er zu Beginn seiner Rede. Und wurde ausgelacht (siehe Video oben).

Aber nicht lange. 

Denn Trump sprach kurz danach Sätze aus, die aus dem Mund eines US-Präsidenten eine Gefahr für die gesamte Welt darstellen:

“Die USA werden sich immer für Unabhängigkeit und Kooperation statt für globales Regieren, Kontrolle und Unterdrückung entscheiden. Wir werden die Souveränität unseres Landes nicht für eine nicht gewählte, niemandem verantwortliche globale Bürokratie aufgeben. Die USA wird von US-Bürgern regiert. Wir lehnen die Idee des Globalismus ab und wir entscheiden uns für die Doktrin des Patriotismus.” 

Trump stellte die UN somit als eine Art globale Supermacht da, der sich sein Land unterwerfen müsse – was nicht stimmt. 

Doch aus dieser Logik heraus beschloss der US-Präsident, mit den Idealen der Vereinten Nationen und deren Ziel einer vereinten und friedlichen Welt zu brechen

► Isolation statt Weltoffenheit. 

► Protektionismus statt Globalisierung. 

► Nationalismus statt Liberalismus. 

Das sind Trumps Ideale. 

Und für die Welt bedeuten sie eine Katastrophe. 

Mehr zum Thema:Barack Obama attackiert erstmals offen Donald Trump – und wirft ihm ”rassistischen Nationalismus” vor

Trump will die Welt neu ordnen – und gefährdet so den Frieden

Denn Trump hat vor der UN-Vollversammlung deutlich gemacht, wie er sich seine neue Weltordnung vorstellt. 

“Von nun an werden wir nur noch Entwicklungshilfe an Länder geben, die uns respektieren und die unsere Freunde sind”, sagte Trump. 

Später in seiner Rede ließ der US-Präsident durchblicken, wen er unter solchen Freunden versteht: Die Unrechtsstaaten Saudi Arabien, Katar oder die Vereinigten Arabischen Emirate sowie auch das zunehmend autokratisch regierte Polen.

Immerhin: Auch Südkorea, Japan und Israel erwähnte Trump ausdrücklich als Verbündete. Europa oder etwa Kanada jedoch nicht. Deutschland kritisierte er sogar offen in seiner Rede.  

In der Folge sagte Trump dann einen dramatischen Satz: “Wir müssen unsere Grundwerte verteidigen. Souveräne und unabhängige Nationen sind die einzigen, in denen Freiheit jemals überlebt hat.” 

Der US-Präsident propagierte damit eine Weltordnung, wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand. Eine Weltordnung, aus der zwei Weltkriege hervorgingen.

Trump glaubt stattdessen tatsächlich, dass aus Isolation und Nationalismus Freiheit entsteht. Es ist eine komplette und gefährliche Verdrehung der Geschichte. 

Macron gibt die einzig richtige Antwort an Trump

Diese lehrt uns: Nur dort, wo Kooperation zwischen verschiedenen Staaten möglich ist, werden auch Frieden und Freiheit möglich. 

Es war an Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, Donald Trump daran zu erinnern. 

“Nationalismus endet immer in der Niederlage”, sagte Macron vor der UN.

“Wenn wir den Mut vermissen lassen, unsere fundamentalen Werte zu verteidigen, dann wird die internationale Ordnung fragil – und wir haben gesehen, wie das schon zwei Mal zu globalen Kriegen geführt hat.” 

Macron mahnte: “Akzeptiert niemals die Erosion des Multilateralismus. Akzeptiert niemals, dass unsere Geschichte vergessen wird.”  

In den kommenden Jahren wird es Reden wie diese brauchen – und Handlungen, die sie unterstreichen. 

Denn unter Donald Trump werden es nicht mehr die USA sein, die für die Freiheit der Welt kämpfen.