POLITIK
05/12/2018 14:30 CET | Aktualisiert 05/12/2018 15:28 CET

Trumps USA: Umfrage zeigt, warum die Politik das Land so radikal entzweit

Auf den Punkt.

Getty Images
Der demokratische Hoffnungsträger Beto O'Rourke und ein treuer Trump-Anhänger: Die USA sind tief gespalten – selbst innerhalb der ideologischen Lager. 

Die USA sind unter Präsident Donald Trump so gespalten wie nie zuvor. 

Die politischen Gräben zwischen den Republikanern und den Demokraten haben sich in Trumps Amtszeit noch weiter vertieft – vor allem, weil die Republikaner unter dem US-Präsidenten noch weiter nach rechts gerückt sind. 

Eine exklusive Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die HuffPost US zeigt nun, dass sich diese politische Fragmentierung der USA in Zukunft enorm verschlimmern könnte. 

Denn nicht nur glaubt die Mehrheit der Anhänger beider Parteien, dass der jeweilige politische Kurs der vergangenen Jahre sich nicht verändert hat – es also auch keine Bewegung der Parteien aufeinander zu gab. 

Ein großer Teil der befragten Republikaner und Demokraten spricht sich zudem für einen Rechts- beziehungsweise Linksruck der eigenen Partei aus

Die Ergebnisse der Umfrage – auf den Punkt gebracht. 

Wie sich die Anhänger von Trumps Republikanern die Zukunft ihrer Partei vorstellen: 

53 Prozent der republikanischen und tendenziell republikanisch abstimmenden Befragten glauben, dass sich die Ideologie der Partei in den vergangenen Jahren nicht verändert hat. 

► Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent spricht sich jedoch dafür aus, dass die Republikaner in Zukunft noch konservativer werden sollen. 32 Prozent wollen keine Veränderung, 8 Prozent wünschen sich eine weniger konservative Partei.

 Befragte, die sich selbst als Konservative oder evangelikale Christen identifizieren sowie solche, die über 45 sind, tendieren am ehesten zu einem Rechtsruck der Republikaner. Jüngere Parteimitglieder sind eher dagegen. 

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Wie zerstritten die Anhänger der Demokraten über die Neuausrichtung ihrer Partei sind: 

► Von den Befragten, die die Demokraten wählen oder zumindest häufiger dazu neigen, sagten 45 Prozent, dass die Partei sich ideologisch in den vergangenen Jahren nicht verändert habe. 33 Prozent glauben, die Partei sei liberaler geworden; 9 Prozent glauben das Gegenteil. 

► Über die Zukunft der Partei sind die Meinungen gespalten: 35 Prozent der Befragten wünschen sich eine liberalere Ausrichtung, 33 Prozent wollen keine Veränderung. 17 Prozent sprechen sich für eine weniger liberale Politik aus. 

► Befragte, die sich als stark mit den Demokraten verbunden oder als Liberale bezeichnen, befürworten auch eher einen liberaleren Kurs der Partei. Ebenso verhält es sich mit jüngeren Anhängern der Partei mit Hochschulabschluss. 

HuffPost

Die zunehmende Spaltung der USA und innerhalb der Parteien auf den Punkt gebracht:  

Aus dem US-amerikanischen Pluralismus ist längst ein Dualismus geworden – und das schon lange vor Donald Trump.

Spätestens seit den 1980er-Jahren zieht sich durch die Politik der Vereinigten Staaten ein tiefer Graben zwischen den immer liberaler werdenden Demokraten und den immer rechtskonservativer agierenden Republikanern.

Unter dem aktuellen US-Präsidenten spaltet sich das Land weiter. Eine exklusive Umfrage der HuffPost US zeigt nun, das dies auch in Zukunft so sein könnte: Die Anhänger der Republikaner wollen, dass ihre Partei noch weiter nach rechts rückt; ein großer Teil der Wähler der Demokraten spricht sich für einen Linksruck der eigenen Partei aus.  

Für die Umfrage hat das Institut YouGov 1.000 erwachsene US-Amerikaner im Zeitraum vom 12. bis zum 13. November befragt. Die Auswahl der Befragten erfolgte über ein Online-Formular von YouGov und spiegelt die demographischen und weiteren Eigenschaften der US-Bevölkerung wieder. Hier könnt ihr den Originalartikel der HuffPost US lesen.  

(ll)