POLITIK
21/08/2018 20:02 CEST | Aktualisiert 21/08/2018 21:34 CEST

Trumps Ex-Anwalt packt aus: Cohen geht brisanten Deal mit Ermittlern ein

Auf den Punkt.

Im Video oben: Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen leakt geheimes Gespräch mit dem US-Präsidenten – das ist darauf zu hören.

► Der ehemalige Anwalt des US-Präsidenten Donald Trump, Michael Cohen, wird in den Ermittlungen gegen sich ein Schuldgeständnis ablegen. Das berichten US-Medien übereinstimmend.

► Laut “Washington Post” laufen derzeit die Gespräche über die Konditionen des Deals mit der Bundesanwaltschaft. 

► Cohen ist wegen Steuer- und Bankbetrug in Höhe von 20 Millionen US-Dollar im Visier der Ermittler. Doch auch für Donald Trump ist der Jurist eine potenzielle Gefahrenquelle.

Die brisanten Entwicklungen auf den Punkt gebracht.

Deshalb ist Cohen für Trump so gefährlich:

Denn: Die Ermittler untersuchen auch, ob Cohen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen hat. Dabei geht es um Geld, das Cohen an Frauen zahlte, die behaupteten, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben.

Ermittler des FBI hatten im April das Büro, die Wohnung und ein Hotelzimmer von Cohen durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittenen Zahlungen.

Drew Angerer via Getty Images
Michael Cohen, Trumps ehemaliger Anwalt.

Das ist bislang über den Deal bekannt:

Laut der “New York Times” geht es bei Cohens Deal mit der Staatsanwaltschaft neben Steuerbetrug tatsächlich auch um die Schweigegeld-Zahlungen und somit um illegale Wahlkampffinanzierung.

Cohen will eine mögliche Gefängnisstrafe laut dem Sender CNN auf drei Jahre drücken, die Staatsanwaltschaft fordert offenbar mindestens 50 Monate.

Wieso Cohen Vorwürfe gemacht werden:

Er hatte vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 nach eigener Aussage 130.000 Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels bezahlt – offenbar, um sie von Aussagen über eine angebliche Affäre mit Trump abzuhalten.

Außerdem soll Cohen eine Schweigegeldzahlung an das ehemalige Playmate Karen McDougal organisiert haben.

Cohen fing 2006 bei der Trump-Organisation an. Er wurde oft als Trumps “Ausputzer” beschrieben und galt ihm gegenüber als äußerst loyal.

Inzwischen ist aber klar, dass er mit den Ermittlern kooperiert.

Was bedeutet das für Trump? Auf den Punkt:

Es kommt ganz darauf an, was Cohen über die bekannten – und womöglich über weitere – Schweigegeld-Zahlungen aussagt. Wusste Trump von diesen oder beauftragte sie gar, könnte das den US-Präsidenten in ernste Bedrängnis bringen.

Auch ist nicht ausgeschlossen, dass Cohen in der Russland-Affäre Informationen gegen seinen ehemaligen Chef in der Hand hat. Geht er eine vollständige Kooperation mit den Justizbehörden ein, droht dem Republikaner, dass neue brisante Erkenntnisse auf dem Tisch der Ermittler landen.