POLITIK
09/03/2018 06:44 CET | Aktualisiert 09/03/2018 07:51 CET

Donald Trump will sich mit Kim Jong-un treffen – das ist nicht ohne Risiko

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Getty / HuffPost
Donald Trump und Kim Jong-un

► Es ist ein politischer Supercoup, der am Donnerstagabend um 19.12 Uhr Ortszeit unerwartet über Washington und die Welt hereinbricht:

► Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat sich laut südkoreanischen Diplomaten zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump bereit erklärt. Und Trump sagt zu.

 ► Das Treffen solle “bis Mai” stattfinden, hieß es aus dem Weißen Haus.

Darum ist das Treffen zwischen Trump und Kim Jong-un wichtig: 

Die von Südkorea vermittelte Zusammenkunft hätte historische Dimensionen:

Noch nie hat sich ein amtierender US-Präsident mit einem der drei bisherigen Machthaber aus der Kim-Dynastie getroffen, die seit 70 Jahren über die Menschen im Norden der geteilten koreanischen Halbinsel herrscht.

Im gefährlichen Streit um das Atomwaffenprogramm von Nordkorea scheint sich eine diplomatische Annährung anzudeuten.

 

Was ihr noch über das Treffen wissen müsst:

Trotz der Euphorie bleibt allerdings die Frage, wie tiefgreifend die derzeitige Tauwetter-Phase ist.

 Kim habe laut südkoreanischen Sondergesandten angedeutet, mit den USA über die Schaffung einer atomwaffenfreien Halbinsel reden zu wollen. Doch welche Gegenleistungen verlangt Kim dafür? Möglich wären Sicherheitsgarantien für sein Regime. 

► Zudem relativierte ein ranghoher Mitarbeiter der US-Regierung die jüngsten Entwicklungen. Man rede jetzt noch nicht über Verhandlungen. Es sei erstmal nicht mehr als ein Treffen von Angesicht zu Angesicht.

► Außerdem warnte der konservative US-Außen- und Nuklearexperte Tom Nichols vor einer Schmach angesichts der kurzen Vorbereitungszeit – und einem Präsidenten, “der kaum 10 Minuten lang eine konstante Position einnehmen kann”.

Nichols erinnert dazu an das letzte ranghohe US-nordkoreanische Treffen im Jahr 2000. Das Zusammenkommen zwischen der damaligen Außenministerin Madeleine Albright und Kim Jong-uns Vater Kim Jong-il konnte keine dauerhaften Ergebnisse erzielen.

Mit Material von dpa.

(ll)