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05/12/2018 22:02 CET | Aktualisiert 06/12/2018 08:07 CET

Trump und Obama: Über diese 3 Szenen auf der Trauerfeier für Bush sprechen die USA

Amerika trauert – und beobachtet Trump.

  • Bei der Trauerfreier für den verstorbenen Ex-Präsidenten George H. W. Bush sind am Mittwoch die Trumps und die Obamas aufeinander getroffen. 
  • Den US-Medien fielen dabei einige bemerkenswerte Szenen auf. 
  • Im Video oben seht ihr Ausschnitte der bewegenden Rede von George W. Bush für seinen verstorbenen Vater.

Amerika nimmt Abschied. Am Mittwoch fand die Trauerfeier für den verstorbenen Ex-Präsidenten George H. W. Bush

Neben der bewegenden Trauerrede seines Sohnes George W. Bush sorgte das Aufeinandertreffen von US-Präsident Donald Trump und dessen Vorgänger Barack Obama für Aufsehen. 

Beide saßen zusammen mit ihren Ehefrauen in der ersten Reihe der Nationalen Kathedrale in Washington.

Die Zeremonie wirkte wie eine große Demonstration nationaler Einheit – was in den USA angesichts des oft vergifteten Klimas zwischen beiden politischen Lagern selten geworden ist. Dennoch hoben US-Medien gleich mehrere Szenen hervor, die von Anspannung geprägt waren. 

Trump und Obama schütteln sich die Hände

► Da war etwa die Begrüßung zwischen den Trumps und den Obamas, die Beobachter als “awkward”, als “ungelenk”, bezeichneten. 

Noch vor wenigen Wochen, vor den US-Kongresswahlen, hatten sich Donald Trump und Barack Obama gegenseitig im Wahlkampf attackiert.  

Dazu kam, wie einigen Beobachtern an diesem Moment auch auffiel: Trump schüttelte zwar die Hand von Barack und Michelle Obama, nicht aber die von Ex-Präsident Bill Clinton und dessen Ehefrau Hillary. 

► Die bemerkenswerten Szenen waren jedoch nicht nur von der angespannten Stimmung zwischen Trump und Obama geprägt. George W. Bush überreichte Michelle Obama auch wieder eine Kleinigkeit, wohl Naschwerk, wie er das bereits bei der Trauerfeier für den US-Senator John McCain getan hatte

George W. Bush kommen die Tränen

Die Aufmerksamkeit galt dann aber schnell Ex-Präsident George W. Bush, dem Sohn des Verstorbenen.

► Unter Tränen gedachte er seinem Vater. 

“Durch unsere Tränen, lass uns den Segen erfahren, dich zu kennen und zu lieben – einen großen und edlen Mann – den besten Vater, den ein Sohn oder eine Tochter haben könnte.”

Bushs Rede war aber auch von Humor durchsetzt. “Für uns war er fast perfekt, aber nicht ganz perfekt”, sagte er. “Auf der Tanzfläche war er nicht wirklich Fred Astaire.”

Auch die Beziehungen zwischen Trump und den Bushs sind belastet. Jeb Bush, der zweitälteste Sohn des Verstorbenen, hatte sich 2016 um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beworben und sich dabei immer wieder Auseinandersetzungen mit Trump geliefert, der ihn oft verspottete.

Mehr zum Thema: George H. W. Bush: US-Amerikaner teilen alten Brief des verstorbenen Präsidenten

George H. W. Bush hatte sich aber trotzdem dafür ausgesprochen, dass Trump an seiner Trauerfeier teilnimmt, weil es ihm laut US-Medienberichten aus Respekt vor dem Amt wichtig war. Trump hatte den Mittwoch zum nationalen Trauertag erklärt und sich in seiner Rhetorik in den vergangenen Tagen auffällig zurückgehalten.

Nach der Trauerfeier sollte der Leichnam des Republikaners zurück nach Texas gebracht werden. Dort wird er am Donnerstag in College Station auf dem Campus der A&M-Universität beigesetzt, die seine Bibliothek und sein Museum beherbergt. Bush wird neben seiner Frau Barbara und seiner Tochter Robin beerdigt.

Mit Material der dpa.