POLITIK
23/12/2017 12:20 CET | Aktualisiert 23/12/2017 14:34 CET

Gut, besser, Donald: Wie Trump die US-Bürger nach seiner Beliebtheit fragt

Die Bescheidenheit in Person.

  • Donald Trump hat auf seiner Webseite eine Umfrage schalten lassen, bei der seine Beliebtheit abgefragt wird
  • Eine entscheidende Auswahlmöglichkeit fehlt jedoch

Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass Donald Trump als US-Präsident extrem unbeliebt ist. In keiner in den USA getätigten Umfrage findet sich eine Mehrheit, die ihm einen guten Job bescheinigt. 

Die Statistikseite “FiveThirtyEight” errechnet fortlaufend den Durchschnittswert dieser Umfragen. Stand heute glauben nur 37,1 Prozent der US-Bürger, dass Trump ein guter Präsident ist – 57,1 Prozent denken das Gegenteil. 

Donald Trump ist damit so unbeliebt wie noch nie ein US-Präsident in seinem ersten Amtsjahr. 

Vielleicht hat sich der Milliardär deshalb entschlossen, auf seiner Webseite eine Umfrage nach seiner Beliebtheit zu schalten. Eine Umfrage, bei der Trump dafür gesorgt hat, dass sie ihn nicht schlecht dastehen lässt. 

“Großartig, gut, okay”

“Wie würden Sie das erste Amtsjahr von Donald Trump bewerten?”, lautet die erste Frage.

Die Antwortmöglichkeiten: “Großartig”, “gut”, “okay” – und “Sonstiges”. Die Option “schlecht” oder gar “grausam” gibt es nicht. Donald Trump findet, man kann Donald Trump nur gut finden – oder schlimmstenfalls “okay”. 

Doch damit nicht genug: Trump lässt auch danach fragen, wie die Umfrageteilnehmer das erste Amtsjahr seines Vorgängers Barack Obama bewerten würden. 

Wieder gibt es die Auswahlmöglichkeiten “großartig”, “gut, “okay” und “Sonstiges. Hinzu kommt aber auch: “Schlecht”

Obama darf also für “schlecht” befunden werden, Trump aber nicht. 

Screenshot
Ein Donald Trump kann gar nicht "schlecht" sein. 

Spieglein, Spieglein... 

Es wäre eine absurde Umfrage, würde sie nicht so gut zur allgemeinen Megalomanie des Donald Trump passen.

Der US-Präsident hat einen narzisstischen Midas-Komplex: Alles was er anfasst wird zu Gold. Einfach, weil er es anfasst. 

Mehr zum Thema: Laut Psychologen ist Trump ernsthaft krank - deshalb kann er die Wirklichkeit nicht sehen

So kann Trump behaupten, dass noch nie so viele Menschen zu einer Amtsvereidigung gekommen sind wie zu seiner – obwohl das nicht stimmt

Er kann behaupten, dass er der intelligenteste Mensch im Weißen Haus ist und die “besten Worte” hat – obwohl seine Reden andere Schlüsse zulassen

Und er kann behaupten, dass er der beste Militär, Konservative, Christ, Israelfreund, Feminist und überhaupt Mensch der Welt ist, ohne dass ihn interessieren würde, wie lächerlich er sich damit macht

Trump ist und bleibt Trump. Unfassbar unbeliebt. Aber eben auch unfassbar selbstverliebt und unsicher. 

Warum also riskieren, dass eine Umfrage dieses Selbstwahrnehmung trübt? 

(ujo)