POLITIK
12/06/2018 01:10 CEST

Trump twittert vor Kim-Gipfel – und zeigt, was er von diesem wirklich erwartet

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Jonathan Ernst / Reuters
US-Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft in Singapur. 

US-Präsident Donald Trump hat nur wenige Stunden vor seinem Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong-un zwei kritische und brisante Tweets abgesetzt. 

► Zunächst twitterte Trump zu den Treffen seines Teams mit Vertretern Nordkoreas. “Sie laufen gut und schnell”, schrieb Trump. “Aber am Ende ist das egal.” Die Welt würde bald wissen, ob es einen Deal mit Kim gibt – also dann, wen Trump selbst aktiv werde. 

► In einem zweiten Tweet attackierte Trump alle “hater & loser”, die ihn wegen des Gipfels kritisieren würden:

“Wir haben die Geiseln wieder, die Atom- und Raketentests wurden gestoppt und all diese Experten, die mich immer wieder kritisiert haben, können gar nichts mehr sagen. Wir schaffen das!” 

Das zeigen Trumps Tweets vor seinem Treffen mit Kim Jong-un: 

Trumps Tweets zeigen, um wen es ihm bei dem historischen Treffen mit Kim Jong-un wirklich geht: ihn selbst.

Statt positive Signale vor dem so wichtigen Gespräch mit Nordkoreas Diktator zu versenden, attackiert Trump seine politischen Gegner – und kritisiert sogar die Arbeit seines eigenen Teams als “egal”. 

Das passt zu Trumps bisheriger Herangehensweise an den Gipfel. Er müsse sich nicht auf diesen vorbereiten, sagte der US-Präsident kürzlich. Er würde “spüren”, ob Kim es ernst mit ihm meine. 

Was ihr noch über Trumps Egotrip nach Singapur wissen müsst: 

Trumps Twitter-Attacken so kurz vor dem Treffen mit einem gefährlichen Diktator zeigen auch, mit welchem Selbstverständnis er und seine Regierung die USA in der Welt vertreten. 

► Ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter brachte dieses Selbstverständnis gegenüber dem Magazin “The Atlantic” jetzt in schmutzigen Worten zum Ausdruck: “We are America, bitch.” 

► Effektiv heißt dies auch für den Trump-Kim-Gipfel: Erst kommt Trump, dann die Moral.