POLITIK
04/12/2018 17:59 CET

Trump teilt Tweet über "Gelbwesten" – alles darin ist eine Lüge

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getty / twitter / huffpost
Trump verbreitet einen Tweet über die Proteste in Paris. 

US-Präsident Donald Trump hat wieder einmal einen Tweet geteilt, dessen Inhalt mehr als fragwürdig ist. Am Dienstag verbreitete Trump auf dem Kurznachrichtendienst eine Nachricht des Autors und konservativen Aktivisten Charlie Kirk. 

► Kirk schrieb in dem Tweet über die Proteste der “Gelbwesten” in Frankreich, die gegen die Reformpolitik der französischen Regierung protestieren: 

“Hier im sozialistischen Frankreich gibt es Unruhen wegen linksradikaler Spritsteuern. Die Medien erwähnen dies kaum. Amerika boomt, Europa brennt. Sie wollen die Rebellion des Mittelstands gegen den kulturellen Marxismus vertuschen. In den Straßen von Paris rufen sie: ‘Wir wollen Trump’.”

Screenshot / Twitter

► Nun muss ein Retweet auf Twitter nicht bedeuten, dass Trump diese – offensichtlich verdrehten bis falschen – Aussagen glaubt. Trump verbreitet auf seinem Kanal allerdings auch keine Nachrichten, denen er widerspricht. 

► Daher muss man davon ausgehen: Trump glaubt den Aussagen von Kirk. 

Warum die Aussagen des Trump-Retweets Unsinn sind: 

Der Tweet von Kirk enthält keinen ganzen wahrheitsgemäßen Satz. Weder ist die Republik Frankreich ein sozialistisches Land, noch sind die Ökosteuern von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, einem sozialliberalen Reformer, linksradikal. In den USA mögen einige Konservative das vielleicht so sehen. 

Die Medien, auch in den USA, berichtete zudem ausführlich über die brennenden Barrikaden am Wochenende bei den Protesten der Gelbwesten in Paris, die gegen die Reformpolitik von Macron auf die Straße gegangen sind. Europa brennt also nicht. 

Eine “Rebellion” der Mittelschicht sind die Proteste der “Gelbwesten” auch nicht. Zwar unterstützen laut der jüngsten Umfrage 80 Prozent der Franzosen die Demonstrationen, die Szenen der Gewalt aber stammen von wenigen militanten Aktivisten. Sie stammen aus dem linksextremen und rechtsextremen Spektrum. Dass die Franzosen sich Trump wünschen, ist auch nicht bekannt.

Dass Trump über seinen Twitter-Kanal, der Millionen Amerikaner erreicht, solche Nachrichten verbreiten, ist besorgniserregend.