WIRTSCHAFT
03/03/2018 07:35 CET | Aktualisiert 03/03/2018 16:15 CET

Ökonomen warnen: Trumps Strafzölle bedrohen das globale Wachstum

Auf den Punkt.

Win McNamee via Getty Images
Unbeirrbar: Donald Trump.

Donald Trump stößt die Welt erneut vor den Kopf: Der US-Präsident hat in dieser Woche Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte angekündigt – nun schlittert die Welt in Richtung eines Handelskriegs.

Experten warnen: Trump schadet mit seinem Vorstoß nicht nur der eigenen, sondern auch der weltweiten Wirtschaft. Der Handelskonflikt – auf den Punkt gebracht.

Die Lage bisher im drohenden Handelskrieg:

► Trump will einen Pauschal-Zoll auf alle Stahlimporte in Höhe von 25 Prozent und auf Aluminiumimporte in Höhe von 10 Prozent einrichten, um die heimische Industrie zu schützen.

► Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Stahlarbeiter-Gewerkschaft USW in den USA 9000 Jobs in der Branche gestrichen. Seit 2000 sank die Beschäftigung um 35 Prozent.

► Der Stahlmarkt weltweit leidet unter Überkapazitäten und Preisverfall. Hauptverursacher ist China.

► Die EU-Kommission will ihrerseits mit Strafzöllen reagieren. Betroffen sein könnten folgende Produkte: Amerikanischer Bourbon-Whisky, Levis’ Jeans, Orangensaft und Harley-Davidson-Motorräder.

► Das chinesische Handelsministerium kündigte an: “Wenn die US-Maßnahmen chinesische Interessen verletzen, wird China mit anderen betroffenen Ländern zusammenarbeiten, um seine Rechte und Interessen zu schützen.”

Was Experten zu Trumps Vorstoß sagen:

Der Internationale Währungsfonds warnte vor Schäden durch die Stahl-Zölle in den USA selbst. Auf die verarbeitende Industrie – wie die Autobranche oder auch Baufirmen – könnten höhere Preise zukommen. Bereits jetzt stiegen etwa die Aluminium-Preise nach der Ankündigung um über 11 Prozent, wie die “Financial Times” berichtet.

Wirtschaftsanalyst John Ferguson befürchtet im Gespräch mit dem US-Nachrichtenportal “Axios”, dass das weltweite Wachstum selbst durch einen kurzzeitigen Handelskrieg verlangsamt werden könnte.

Denn: Wegen der erhöhten Zölle könnten Unternehmen geplante Investition abbrechen. Und Konsumenten mit geringerem Einkommen könnten durch höhere Preise von Ausgaben abgehalten werden.

“Axios” weist auf einen aktuellen Fall hin: Das schwedische Unternehmen Electrolux hat nach Trumps Vorstoß bereits angekündigt, ein geplantes Werk in den USA – veranschlagt mit Kosten von 250 Millionen US-Dollar – vorerst nicht zu bauen.

Wie es jetzt weitergeht: 

 In der kommenden Woche sollen weitere Details zu den US-Strafzöllen bekanntgegeben werden. Dann dürfte auch klar werden, wie der Rest der Welt darauf konkret reagiert. 

Auf den Punkt gebracht: 

Trump setzt mit seiner “America First”-Doktrin weiter auf Konfrontation – mit Folgen für die ganze Welt

(mf)