POLITIK
01/08/2018 08:08 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 21:40 CEST

Donald Trump redet über Supermarkt-Einkauf und offenbart seine Abgehobenheit

Der US-Präsident war wohl schon länger nicht mehr in einem Supermarkt.

Joe Raedle via Getty Images
US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede in Florida. 
  • Donald Trump hat bei einem Auftritt in Florida eine Ausweispflicht für die Stimmabgabe bei US-Wahlen gefordert.
  • Das weltfremde Argument des Milliardärs: Selbst im Supermarkt brauche man einen Ausweis.

US-Präsident Donald Trump ist reich. Sehr reich. Das Vermögen des Immobilenmoguls und Präsidenten der Vereinigten Staaten beträgt laut der jüngsten Schätzung des Wirtschaftsmagazins “Forbes” 3,1 Milliarden US-Dollar. 

Wer so viel Geld besitzt, geht vermutlich selten selbst in den Supermarkt, um sich mit Cola Light und Eiscreme zu versorgen. 

Das lässt auch eine Äußerung von Trump vermuten, die er bei einem Auftritt in Tampa im US-Bundesstaat Florida am Dienstagabend machte. Eigentlich sprach der US-Präsident gerade über die Wahlgesetze in den USA. 

Er behauptete, die US-Demokraten würden illegalen Einwanderern das Wahlrecht geben wollen. “Darum ist die Zeit gekommen, eine Ausweispflicht bei der Wahl einzuführen – wie überall anders auch”, forderte Trump.

Um dann mit Einkäufen im Supermarkt ein krummes Beispiel zu wählen: “Ihr wisst, wenn man rausgeht und Lebensmittel einkaufen will, braucht man ein Foto auf einer Karte. Man braucht einen Ausweis.”

Donald Trump und seine Theorie vom Wahlbetrug

Natürlich braucht kein Amerikaner seinen Ausweis, wenn er im nächsten Supermarkt Chips kaufen will. Nur beim Kauf von Alkohol gibt es Gesetze, die den Altersnachweis per Ausweis erfordern. 

► Die Wahlregistrierung in den USA ist ein umstrittenes Thema. Alle Bürger müssen sich als Wähler bei den Behörden erst registrieren lassen. Die Anforderungen dazu unterscheiden sich jedoch von Bundesstaat zu Bundesstaat.

In manchen Staaten müssen die Bürger einen Personalausweis vorzeigen. Das Problem: Nicht jeder US-Amerikaner besitzt einen. Eine Ausweispflicht wie in Deutschland gibt es nicht.

Trump forderte die Ausweispflicht bereits im Wahlkampf. Seine Verschwörungstheorie: Einwanderer ohne Dokumente würden wiederholt für die Demokraten stimmen. Belege für weit verbreiteten Wahlmissbrauch gibt es nicht

Das Netz lacht über Trump

Auf Twitter sorgte Trumps vermeintliches Wissen über Supermarkt-Shopping jedenfalls für Belustigung. Viele Nutzer warfen dem US-Präsidenten, der sich gern als Kritiker der Eliten inszeniert, vor, keinen Bezug zur Realität zu haben. 

► Autor Devon Schwab teilte ein animiertes Bild der US-Serie “Arrested Development”. Darin sagt Lucille Bluth, Mitglied einer kalifornischen Immobilien-Dynastie: “Ich meine, es ist nur eine Banane, Michael. Was kann die schon kosten? 10 Dollar?”

Die Antwort in der Serie lautete: “Du warst noch nie in einem Supermarkt, oder?” 

► US-Reporter Jonathan Allen fühlte sich an einen weiteren legendären Moment der amerikanischen Politik erinnert, der die Abgehobenheit eines Präsidenten demonstrierte: George Bush versagte 1992 an einer Supermarktkasse beim Scannen eines Tetrapacks. 

(jg)