POLITIK
10/06/2018 07:00 CEST | Aktualisiert 10/06/2018 07:36 CEST

Trump sprengt mit einem Tweet die Abschlusserklärung des G7-Gipfels

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Im Video oben seht ihr, wie ein Foto eines deutschen Fotografen zum Symbolbild des G7-Gipfels wurde.

US-Präsident Donald Trump sprengt die Abschlusserklärung des G7-Gipfels – mit einem Tweet. Grund sind offenbar Äußerungen von Kanadas Premierminister Justin Trudeau auf der Pressekonferenz am Samstag.

Trudeau sagte, die US-Strafzölle gegen die EU und Kanada seien “etwas beleidigend”. Im Flugzeug zum Nordkorea-Gipfel in Singapur sitzend schrieb Trump daraufhin:

“Basierend auf den falschen Aussagen von Justin (Trudeau)” und den Zöllen Kanadas auf Agrarprodukte habe er die US-Unterhändler angewiesen, “die Abschlusserklärung nicht zu unterstützen, und wir werden uns Zölle auf Autos anschauen, die den US-Markt fluten”.

Darum ist Trumps Tweet wichtig:

Es ist ein beispielloser Eklat: Noch nie endete ein G7-Gipfel ohne gemeinsame Abschlusserklärung. 

Trotz aller Differenzen beim Thema Handel schien es, dass sich die G7-Staaten – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA – auf eine gemeinsame Erklärung einigen könnten. Nun sprengt Trump diese nachträglich. 

Wie die anderen Staaten reagierten:

Die EU zeigte sich unbeirrt. “Wir halten an dem Kommuniqué fest, so wie es von allen Teilnehmern vereinbart wurde”, sagte ein Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk in der Nacht zu Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

► Auch die Bundesregierung steht zur Abschlusserklärung. Das sagte ein Regierungssprecher nach Ankunft der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntagmorgen in Berlin.

► Das Büro von Trudeau weist Trumps Anschuldigungen von sich. “Der Premierminister hat nichts gesagt, was er nicht bereits zuvor gesagt hat - sowohl öffentlich, als auch in privaten Konversationen mit dem Präsidenten”, hieß es am Samstagabend in einer Mitteilung.

► Der republikanische US-Senator John McCain rügte Trumps nachträglichen Ausstieg: “An unsere Verbündeten: die parteiübergreifende Mehrheit der Amerikaner bleibt für freien Handel, für Globalisierung & unterstützt Bündnisse, die auf 70 Jahre lang gemeinsam geteilten Werten basieren”, schrieb er auf Twitter.