POLITIK
11/09/2018 14:35 CEST | Aktualisiert 11/09/2018 16:31 CEST

Donald Trump lacht, während Berater über Attacke auf US-Soldaten berichten

Auf einer Tonbandaufnahme ist Trump zu hören, wie er sich über einen Angriff von Terroristen lustig macht.

Jonathan Ernst / Reuters
Donald Trump und seine ehemalige Mitarbeiterin Omarosa Manigault.

► Neues Tape, neuer Skandal: Auf einer jetzt veröffentlichten Tonbandaufnahme ist US-Präsident Donald Trump dabei zu hören, wie er sich pietätlos über den Tod von US-Soldaten äußert.

► Die Aufnahme entstand im Oktober 2017 etwa zwei Wochen nach dem Angriff, während eines Meetings mit dem Kommunikations-Stab des Weißen Hauses. Aufgenommen hat das Tape Trumps Ex-Beraterin Omarosa Manigault Newman.

► Newman spielte die Aufnahme am Montag dem Moderator Craig Melvin vom TV-Sender “MSNBC” vor. Die Art und Weise, wie der Präsident sich über die Situation lustig mache, zeige wie “verwirrt and ungeeignet” er sei, kommentierte Newman die Aufnahme.

Das sagt Trump auf dem Tape:

Auf dem Tape erklärt Trump, die Attacke sei von Terroristen aus dem Mittleren Osten ausgeübt worden, die nach Afrika gingen, um “zu versuchen, ihr wisst schon, dort Probleme zu verursachen.”

Dann stellt Trump klar, dass es das Ziel der meisten Terroristen sei, es Amerika heimzuzahlen. Und er sagt weiter: “Weil es das Land ist, wo sie eigentlich gerne wären”.

“Es ist also ein hartes, ähm, Business”, sagte Trump und ergänzte lachend: “Ich würde, ich denke, ich würde gerade nicht gerne Terrorist sein... (Lachen) ... es ist kein gutes Leben, aber es ist, ähm, das einzige das – was sonst gibt es?”

So beurteilt Newman Trumps Äußerungen:

Newman erklärte Melvin, dass sie Trumps Kommentare als respektlos gegenüber den toten Soldaten empfunden habe. Ganz besonders als Trump und seine Angestellten auch noch über Trumps Bemerkungen gelacht hätten:

“Es gab Gelächter, weil er die Situation, sagen wir, ins Lächerliche zieht, indem er sagt: ‘Also ich wäre nicht gerne Terrorist’”, erklärt Newman.

Und weiter: “Aber es gibt keinen Grund zu lachen. Wir haben vier amerikanische Soldaten und vier Verbündete aus den Reihen der nigrerischen Truppen verloren, die an unserer Seite kämpften.”

Newman betrachte das hochmütige Verhalten des Präsidenten gegenüber den Soldaten im Niger im Rückblick als noch beleidigender, wenn man das Gespräch mit Myeshia Johnson - der Witwe eines bei dem Angriff getöteten Soldaten - betrachtet.

“Er konnte sich sich nicht an den Namen meines Mannes erinnern”, erzählte Myeshia Johnson in der ABC-Sendung “Good Morning America”. Ich hörte ihn stammeln, als er versuchte sich an den Namen meines Mannes zu erinnern.”

Außerdem habe Trump zu Johnson gesagt, ihr Mann habe gewusst, “was ihn erwartet”. Johnson fügte hinzu: “Und es hat mich zum Weinen gebracht, weil ich sehr wütend über den Tonfall seiner Stimme und über die Art mit der er es gesagt hat, war.”

Was über den Angriff im Niger bekannt ist:

Nach einem Bericht, den die britische Tageszeitung “The Guardian” in Auftrag gab, waren die amerikanischen und die nigrerischen Streitkräfte am 4. Oktober 2017 von rund 200 schwer bewaffneten Militanten in dem Dorf Tongo Tongo angegriffen worden.

Zeugen berichteten von Schusswechseln, die sich über sechs Stunden gezogen hätten. Obwohl die Dorfbewohner wiederholt die nigrerischen Behörden um Hilfe gebeten hatten.

“Alles Geschehene hätte verhindert werden können, wenn die Hilfe früher eingetroffen wäre”, berichtete ein lokaler Politiker im “Guardian”.

Es gibt noch weitere Aufnahmen:

Es ist nicht die einzige Tonbandaufnahme, die Newman, Ex-Leiterin der Kommunikationsabteilung des Weißen Hauses und ehemalige Mitstreiterin in Trumps Reality-Show“The Apprentice”, am Montag veröffentlichte.

Auch in der Talkshow “The View” spielte sie eine Aufnahme vor, in der Trump lauthals tönte, dass seine Präsidentschafts-Rivalin Hillary Clinton “jetzt mit Russland gekillt” würde und dass die “echte Russland-Story Hillary und ihre geheime Zusammenarbeit” wäre.

(ben)