POLITIK
20/06/2018 23:41 CEST | Aktualisiert 21/06/2018 10:16 CEST

Trump soll Merkel beim G7-Gipfel Bonbons hingeworfen haben – als Gegenleistung

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dpa
US-Präsident Donald Trump (rechts) umringt von den anderen Staats- und Regierungschefs der G7-Mitgliedsstaaten.

► Der G7-Gipfel Anfang Juni war in einem Eklat geendet. Nun gibt es neue Details: US-Präsident Donald Trump soll Kanzlerin Angela Merkel während des angespannten Abschlusstreffens mit den anderen Staats- und Regierungschefs Bonbons zugeworfen haben.

► Das berichtete der Präsident der Politikberatung Eurasia Group, Ian Bremmer, am Mittwoch in einem Interview mit dem US-Sender CBS. Nach heftiger Diskussion hätten die G7-Mitglieder Trump schließlich dazu gebracht, die gemeinsame Abschlusserklärung zu unterzeichnen. 

 ► “Und dann stand er auf, steckte seine Hand in seine Tasche (...), nahm zwei Bonbons heraus, warf sie auf den Tisch und sagte zu Merkel: ‘Hier, Angela. Sag nicht, dass ich dir nie etwas gebe!’“, erklärte der renommierte Politikwissenschaftler.

Was hinter der Geste von Trump steckt:

Aus Sicht von Bremmer habe der Vorfall drei Dinge gezeigt: 

► Zum Ersten sei er symptomatisch für die angespannte Verhandlungsatmosphäre zwischen den den europäischen und dem kanadischen Staats- und Regierungschefs auf der einen und US-Präsident Trump auf der anderen Seite. Hauptstreitpunkt sind die von Trump kurz zuvor eingeführten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte.

► Zum Zweiten erkläre es auch, warum Trump nach dem Gipfel die Abschlusserklärung wütend mit einem Tweet zunichte machte

► Und drittens zeige es, dass Trumps Beziehung zu Merkel “tief erschüttert” sei. Der Politikwissenschaftler betonte: “Die beiden Staatsführer respektieren sich ganz offensichtlich nicht.” Für Trump seien multilaterale Abmachungen – wie eben G7 – mehr “Hindernis” als eine “Möglichkeit”.

(mkl)