POLITIK
13/12/2018 11:51 CET | Aktualisiert 13/12/2018 16:49 CET

Trump-Skandal: Zwei Sätze im Urteil gegen seinen Ex-Anwalt bringen ihn in Not

Auf den Punkt.

Im Video oben: Ex-Anwalt Cohen belastet Trump bei Anhörung mit Tränen-Beichte.

Donald Trump wird von einem Justizskandal eingeholt. 

Am Mittwoch wurde Michael Cohen, der Ex-Anwalt des US-Präsidenten, zu drei Jahren Haft verurteilt. Cohens Vergehen: Bankbetrug, Steuerhinterziehung – und illegale Wahlkampfspenden. 

Was Cohens Verurteilung mit Donald Trump zu tun hat und warum zwei Sätze in der Urteilsschrift gegen den Anwalt den US-Präsidenten besonders belasten – auf den Punkt gebracht. 

Was die Cohen-Verurteilung mit Donald Trump zu tun hat: 

► Cohen arbeitete seit Beginn der 2000er-Jahre als Fixer und Anwalt für Donald Trump und unterstützte ihn auch im Wahlkampf vor der Präsidentschaftswahl 2016.

► In dieser Rolle organisierte Cohen zwei Schweigegeld-Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels sowie das Ex-Playmate Karen McDougal. Beide behaupten, Affären mit Trump gehabt zu haben. 

 Cohen gab vor Gericht zu, die Zahlungen heimlich getätigt zu haben, um zu verhindern, dass die Vorkommnisse um Daniels und McDougal die Wahl beeinflussen. Vor dem Gesetz gelten sie deshalb als illegale Wahlkampfspenden. 

► Er behauptete zudem: Donald Trump habe die Zahlungen in Auftrag gegeben und mit ihm koordiniert. Auch die Staatsanwaltschaft New York, die Cohen anklagte, ist dieser Ansicht. 

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Warum zwei Sätze im Hafterlass gegen Cohen besonders brisant für Trump sind: 

Die Staatsanwaltschaft New York teilte in der Urteilsverkündung für Michael Cohen nicht nur dessen Strafmaß mit – sondern offenbarte auch einen Deal, den die Staatsanwaltschaft mit dem Medienhaus AMI eingegangen ist. 

AMI wird vom Trump-Freund David Pecker betrieben und gibt das Klatschblatt “National Enquirer” heraus. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, die Schweigegeld-Zahlungen an Karen McDougal für Trump vorgenommen zu haben. 

AMI bestritt das – bis jetzt, wie die Urteilsverkündung im Fall Cohen in zwei Sätzen zeigt. 

Satz 1: “AMI hat zugegeben, 150.000 US-Dollar in Zusammenarbeit mit dem Trump-Wahlkampfteam gezahlt zu haben, in der Absicht, zu verhindern, dass [Karen McDougal] vor der Präsidentschaftswahl schädliche Informationen über den Kandidaten [Trump] veröffentlicht.”

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Satz 2: “AMI hat ebenfalls zugegeben, dass der wichtigste Beweggrund für die Zahlungen die Absicht war, die [McDougal] Geschichte zu vertuschen und zu verhindern, dass diese die Wahl beeinflusst.” 

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Trumps rechtliche Bredouille auf den Punkt gebracht: 

Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen geht unter anderem für als illegale Wahlkampfspenden befundene Schweigegeld-Zahlungen an zwei angebliche Affären Trumps ins Gefängnis. 

Das Medienhaus AMI, das an einer der Zahlungen an das Ex-Playmate Karen McDougal beteiligt war, hat zugegeben, dass es die Zahlung in der Absicht getätigt hat, die Story vor der Wahl zu vertuschen.

► AMI gestand laut der Staatsanwaltschaft zudem, die Zahlung in Kooperation mit Trumps Wahlkampfteam getätigt zu haben.

► Cohen behauptet sogar: Trump koordinierte beide Schweigegeld-Zahlungen. So sieht das auch die Staatsanwaltschaft in New York. Stimmt das, hat sich auch Trump strafbar gemacht. 

Das bedeutet: Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird verdächtigt, kriminell zu sein. Und die Indizien und Beweise gegen ihn wiegen schwer.  

(ben)