POLITIK
15/04/2018 15:35 CEST | Aktualisiert 16/04/2018 11:41 CEST

US-Magazin sicher: Wir erleben gerade das Ende der Trump-Regierung

“Die Öffentlichkeit wird alles erfahren – die Frage ist nur noch wann.”

  • Das berühmte US-Magazin “New Yorker” ist sicher, dass es mit der Trump-Präsidentschaft zu Ende geht 
  • In einem Artikel argumentiert das Magazin, dass Trumps dubiose Geschäftsverbindungen ihn in naher Zeit stürzen werden
  • Im Video oben: Ex-CIA-Chef Brennan findet, Trump gehöre in den “Mülleimer der Geschichte”

Am Sonntagmorgen gegen etwa halb acht Uhr in New York City ist es wieder so weit: Ein Tweetstorm zieht über dem Weißen Haus auf.

Donald Trump schaut offensichtlich wieder einmal Fernsehen. In der Sendung “Fox & Friends” wird über den von ihm gefeuerten FBI-Chef James Comey hergezogen, der in einem aktuellen Buch Trump als “Mafia-Boss” und Lügner darstellt

Insgesamt sechs Tweets zu Comey feuert Trump als Reaktion ab, er nennt ihn einen “Schleimball” und den “schlechtesten FBI-Direktor aller Zeiten”. Einen solchen Wutausbruch des Präsidenten auf Twitter gibt es eigentlich nur, wenn Trump sehr mies gelaunt ist. 

► Und dazu hat der US-Präsident allen Grund.

Unter der Woche wurden die Büroräume seines langjährigen Anwalts Michael Cohen durchsucht. Die Staatsanwaltschaft teilte danach mit, dass seit Monaten Ermittlungen gegen Cohen laufen – unter anderem wegen Bankbetrugs und Verstößen bei der Finanzierung von Trumps Wahlkampf. 

Das heißt: Die Ermittler haben eine Spur schmutzigen Geldes gefunden, die direkt zu Donald Trump führt. Das US-Magazin “New Yorker” ist deshalb sicher: Diese Woche hat das Ende der Trump-Präsidentschaft eingeläutet. 

“Die Trump-Regierung ist am Ende” 

Der “New Yorker” verweist auf die rote Linie, die US-Präsident Trump im Zuge der Russland-Ermittlungen gegen ihn und sein Team einst zog: Das FBI und Sonderermittler Robert Mueller sollten es nicht wagen, seine Finanzen zu untersuchen. 

Längst ist diese rote Linie überschritten, Mueller hat schon vor Wochen von Trumps Unternehmen wichtige Dokumente über dessen Geschäfte verlangt.

Die von Mueller unabhängigen FBI-Ermittlungen gegen Michael Cohen aber, schreibt der “New Yorker”, seien aber ein noch weit größeres Kaliber – ein Schritt weit hinter Trumps rote Linie. 

“Selbst wenn Donald Trump den Vize-Justizminister Rod Rosenstein feuern würde, um Muellers Ermittlungen aufzuhalten, selbst wenn der Kongress dies zulassen würde, würde das Verfahren gegen Cohen weiterlaufen”, schreibt das Magazin. 

Mehr zum Thema: Wie Trump auf die Durchsuchung im Zuge der Porno-Affäre reagiert, macht ihn noch verdächtiger

Gerade, dass Cohen seit Monaten überwacht wurde, sei für Trump eine Katastrophe. Cohen sei tief in dessen Wirtschaftsimperium verstrickt, und nun hätten Ermittler all seine Aufzeichnungen über dieses – und dessen dubiosen Geschäfte. 

“Niemand, der sich ernsthaft mit Trumps Geschäften auseinandergesetzt hat, glaubt, dass diese nicht hochgradig kriminell sind”, schreibt der “New Yorker”.

Und legt sich fest: “Die Trump-Regierung ist am Ende.”

Die vielen, vielen krummen Deals der Trump-Familie

Das Kernargument des Magazins: Schon jetzt gebe es zu viele Hinweise darauf, wie korrupt und kriminell die Trump Organization bei ihren weltweiten Deals vorgegangen sei. 

Der “New Yorker” listet auf:

► Da sind Trumps Geschäfte in Aserbaidschan mit einem Geschäftsmann der verdächtigt wird, für die iranische Revolutionsgarde Geld zu waschen. 

► Da sind Trumps Beziehungen zu einer Unternehmensgruppe in Georgien, die in Verbindung zu einem der größten Fälle von Bankbetrug und Geldwäsche in der Geschichte steht. 

► Da sind die Berichte über FBI-Ermittlungen gegen Trumps Tochter Ivanka wegen ihrer möglichen Rolle bei einem Finanzbetrug durch ein Trump-Hotel in Vancouver. 

► Da sind die vielen weiteren Skandale: Ermittlungen gegen Trumps Unternehmen in Brasilien, Ermittlungen gegen seine Kinder wegen finanziellen Unstimmigkeiten beim SoHo-Hotel, da ist die größte Strafzahlung der US-Geschichte, die gegen Trumps Taj Mahal Casino wegen Geldwäsche verhängt wurde. 

Und bei all diesen Vergehen und Verdächtigungen sind die nebulösen Beziehungen der Trumps zur Mafia noch gar nicht erwähnt. 

Mehr zum Thema: Trump und die Mafia: Wie schmutziges Geld aus Russland den Erfolg des heutigen US-Präsidenten ermöglichte

Der “New Yorker” glaubt, dass Cohen Trump in den Abgrund reißt 

Die Ermittlungen gegen Trumps Anwalt Cohen träfen nun mitten in diesen korrupten Geschäftskern des Unternehmens des US-Präsidenten, schreibt der “New Yorker”. 

“Cohen war der wichtigste Verbindungsmann zwischen der Trump-Familie und ihren Partnern auf der ganzen Welt”, schreibt das Magazin. “Er weiß alles, er hat viel davon auf Band aufgenommen und jetzt weiß all das auch die Staatsanwaltschaft.” 

Sicher, noch seien viele juristische Fragen zu klären, glaubt der “New Yorker”. Wie viel wusste die Trump-Familie von den schmutzigen Deals, die Cohen für sie einfädelte? Wie bewusst gingen sie diese Deals ein? 

Doch die Unterlagen, die das FBI von Cohen beschlagnahmte, würden die Wahrheit ans Licht bringen, schreibt das Magazin. “Die Öffentlichkeit wird alles erfahren – die Frage ist nur noch wann.” 

Und wenn dies der Fall sei, würde die Welt auf die vergange Woche zurückblicken, und sie als Wendepunkt betrachten. 

“Es ist kein Wunder, dass Trump aufgebracht, wütend und entsetzlich verängstigt ist”, schreibt der “New Yorker”. “Wir sind in der Endphase seiner Präsidentschaft.”