POLITIK
14/12/2017 16:16 CET | Aktualisiert 14/12/2017 17:30 CET

Obama oder Trump - wer lügt mehr? Die "New York Times" hat den Test gemacht

Lügen haben orange Beine.

Getty
Trump und Obama: Der eine lügt, der andere flunkert – der eine mehr, der andere kaum.
  • Die “New York Times” hat überprüft, wie oft Donald Trump und sein Amtsvorgänger Barack Obama lügen
  • Das Ergebnis hielt die Zeitung in einer vielsagenden Grafik fest

Unterstützer von Donald Trump – egal ob in den USA oder in Deutschland – haben oft eine Verteidigung dafür parat, wenn der US-Präsident mal wieder über die Stränge schlägt oder es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. 

Dann heißt es oft: Die anderen sind doch genauso schlimm – oder sogar noch schlimmer. Das Lieblingsziel solcher Attacken durch Trumps Fans, seine Mitarbeiter und den 71-Jährigen selbst: Der frühere US-Präsident Barack Obama

Wie tief verwurzelt dieser trumpsche Abwehrreflex ist, hat die “New York Times” erfahren müssen. Sie listet regelmäßig die vielen, vielen Unwahrheiten auf, die Trump von sich gibt. Und bekam laut eigener Aussage häufig ein und dieselbe Reaktion: “Wenn ihr das mit früheren Präsidenten machen würdet, dann sähe es genauso aus.” 

Also hat die “NYT” den Lügenvergleich gemacht: Trump gegen Obama. Das Ergebnis ist vernichtend. 

Trumps steile Lügenkurve

Hier der Vergleich der “New York Times” im Überblick: 

► Trump hat laut der Zeitung in seinen ersten zehn Monaten im Amt 103 verschiedene Lügen erzählt. Bei Obama waren es in seiner gesamten Amtszeit: 18

► Hochgerechnet ergibt das für Trump einen Schnitt von 124 Lügen pro Jahr. Für seinen Vorgänger liegt der Schnitt bei etwa zwei Lügen pro Jahr

► Aus diesen Zahlen ergibt sich auch diese imposante Statistik: Donald Trump brauchte nur drei Wochen, um so viele Lügen zu erzählen wie Barack Obama in acht Jahren im Weißen Haus. 

Mehr zum Thema: Die ersten 100 Lügen: Trump und sein Team setzen eine Flut falscher Informationen in die Welt

Grafisch stellt sich der Lügenvergleich zwischen dem heutigen und dem ehemaligen US-Präsidenten so dar: 

Trumps “Fake News” 

Die Ergebnisse sind in dieser Form natürlich nicht überraschend.

Donald Trump hat die Lüge zu einer perfiden Kunstform erhoben. Der US-Präsident hat der Wahrheit den Kampf angesagt – mit dem Anspruch, die Realität in seinem Land selbst gestalten zu können. 

Mehr zum Thema: Sie haben mit Lügen geholfen, Trump ins Amt zu heben - das ist das neue Ziel ultrarechter Medien in den USA

Im Vergleich dazu ist Barack Obama die Ehrlichkeit in Person. Natürlich hat auch der Ex-Präsident gelogen – etwa darüber, die meisten seiner Wahlkampfspenden von normalen Bürgern bekommen zu haben. 

Doch im Vergleich zu Trump war Obama integer: Er hat nicht versucht, durch die Unwahrheit seine Macht auszubauen. 

Natürlich werden Trump und seine Anhänger das anders sehen.

Sie werden auch für die neuen Zahlen der “New York Times” eine Ausrede parat haben. Eine, die zu den Lieblingsattacken des US-Präsidenten gehört und ihn gleichzeitig perfekt beschreibt: “Fake News”