POLITIK
27/05/2018 07:10 CEST | Aktualisiert 27/05/2018 09:44 CEST

Presse-Streit von Trump zeigt, wie hoch er im Nordkorea-Konflikt pokert

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Getty / twitter
US-Präsident Donald Trump will sich offenbar wie geplant am 12. Juni mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un treffen.

US-Präsident Donald Trump will sich nun offenbar doch mit Nordkoreas Diktator Kim Jong-un treffen. Nach seiner Absage des Gipfels sagte er am Samstagabend: “Wir streben den 12. Juni in Singapur an. Daran hat sich nichts geändert.” 

Zuvor hatte Trump die “New York Times” bezichtigt, eine Unwahrheit verbreitet zu haben. Die US-Tageszeitung hatte unter Berufung berichtet, ein hochrangiger Regierungsvertreter halte einen möglichen Nordkorea-Gipfel wie ursprünglich geplant am 12. Juni für “unmöglich”. Trump schrieb auf Twitter, die anonyme Quelle sei erfunden.

Nicht nur die “New York Times” selbst widersprach, auch die “Washington Post” bestätigte die Echtheit der Quelle. Am Samstag habe der Regierungsvertreter mit einem Dutzend Journalisten gesprochen. 

Demnach habe der Beamte nicht namentlich genannt werden wollen, weil er die Äußerungen von Trump in dessen schriftlicher Absage des Gipfels an Machthaber Kim Jong-un für sich stehen lassen wollte. Das Weiße Haus wollte der “Washington Post” gegenüber nicht kommentieren, warum Trump behauptet, der Regierungsvertreter existiere nicht, wenn dieser auf einem offiziellen Pressetermin gesprochen habe.

Was der Streit über den Nordkorea-Konflikt verrät:

Trumps schwieriges Verhältnis zur Presse ist bekannt. Die Posse um eine angebliche Informationsquelle aber zeigt, wie hoch der US-Präsident im Nordkorea-Konflikt um das Atomwaffenprogramm des Kim-Regimes pokert.

Nachdem er das Treffen mit Kim abgesagt hatte, hält er es nun nach dem überraschenden Gipfel zwischen Süd- und Nordkorea am Samstag wieder für möglich.

Die Taktik von Trump um den Gipfel ist riskant. Beim Gipfel in Singapur droht aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit ein diplomatisches Fiasko. Doch diese Gefahr möchte der US-Präsident natürlich – offenbar notfalls mit einer Lüge – überspielen.

Was Experten zum Gipfel sagen: 

Der Korea-Experte Eric Ballbach hatte die Absage des Gipfels durch Trump positiv gewertet: Sie sei einem Scheitern vorzuziehen. “Die USA waren auf den Gipfel nicht vorbereitet, er wurde überhastet angesetzt”, sagte er dem Portal “Focus Online”.

(ks)