WIRTSCHAFT
19/07/2018 22:11 CEST | Aktualisiert 20/07/2018 08:20 CEST

Trump kritisiert im TV die US-Notenbank – und sorgt wieder für Entsetzen

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► US-Präsident Donald Trump hat mit Kritik an der Leitzins-Erhöhung der Notenbank Federal Reserve (kurz Fed) für Verwirrung gesorgt.

► Er sagte im Interview mit dem US-Sender CNBC über die erhöhten Zinsen: “Ich bin nicht begeistert (...). Ich bin nicht glücklich, aber gleichzeitig lasse ich sie machen, was sie für das Beste halten.”

► Die Märkte reagierten sofort auf die Äußerungen des US-Präsidenten: Der Dollarkurs fiel um 0,5 Prozent und stürzte von dem Jahreshoch ab, auf das die US-Währung zuvor geklettert war.

Warum Trump mit seiner Äußerung für Verwirrung und Entsetzen sorgte: 

Die Unabhängigkeit der US-Zentralbank von politischer Einflussnahme ist ein Grundprinzip. Trump räumte deshalb wohl auch ein, sein Kommentar sei ungewöhnlich – aber das kümmere ihn nicht.  

Für die US-Medien hatte Trump jedoch damit – abermals – ein Tabu gebrochen. “Trumps Kritik der Fed ist fast ohnegleichen in der US-Geschichte”, kommentierte der Sender CNBC selbst. Einzig Richard Nixon hatte versucht, Einfluss auf die Notenbank zu nehmen. 

Erneut musste Trumps Sprecherin Sarah Sanders die Äußerungen ihres Chefs klarstellen: “Natürlich respektiert er (Trump) die Unabhängigkeit der Fed. Die Sicht des Präsidenten auf Zinsen ist bekannt, und sein Kommentar von heute wiederholt nur seine seit langem bestehende Haltung.”

Was ihr über die US-Zinspolitik wissen müsst:

Die Fed hat in diesem Jahr die Leitzinsen bereits zwei Mal angehoben und außerdem signalisiert, dass bis zum Jahresende zwei weitere Erhöhungen folgen könnten.

Tiefe Zinssätze können etwa für günstigere Kredite von Geschäftsbanken sorgen und so über leichtere Investitionen die Wirtschaft ankurbeln. Zugleich wird der Außenwert der eigenen Währung schwächer, weil Finanzanlagen im Land weniger attraktiv werden.

Aber eine schwache Währung kann auch zu mehr Exporten ins Ausland führen – Trump kritisiert Staaten wie China oder die Länder der EU für ihre großen Außenhandels-Überschüsse mit den USA. 

Mit Material der dpa.

(mf)