POLITIK
14/12/2017 18:00 CET | Aktualisiert 14/12/2017 20:05 CET

Top-News To Go: US-Vizepräsident verschiebt Israelreise – wohl auch aus Angst

Offiziell begründet Pence den Schritt mit der Steuerreform.

Joshua Roberts / Reuters
Mike Pence hinter seinem Vorgesetzten, Donald Trump. 

Inmitten der Jerusalem-Krise hat US-Vizepräsident Mike Pence seinen geplanten Besuch im Nahen Osten verschoben. 

Das ist passiert: 

► Pence wird seine für Montag geplante Rede im israelischen Parlament um einige Tage verschieben. Das erklärte ein Sprecher der Knesset am Donnerstag.

► Der offizielle Grund: die geplante Abstimmung im US-Kongress über die Steuerreform der Republikaner. Das sagte  eine Sprecherin des Vizepräsidenten der dpa. 

Darum ist es wichtig: 

► Es könnte noch einen anderen Grund für die Entscheidung geben.

► Nach Trumps Verlegung der israelischen Botschaft nach Jerusalem wird Pence als “persona non grata” behandelt - nicht nur von Muslimen, sondern auch von Christen.

► Bereits zuvor hatten mehrere Gesprächspartner Treffen mit Pence wegen der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch US-Präsident Donald Trump Absagen erteilt. 

► Die Lage im Nahen Osten ist weiter äußerst fragil: Ismail Hanija, Chef der radikal-islamischen Hamas, rief am Donnerstag erneut zu einem “Freitag des Zorns” auf. “Wir werden Israel nicht anerkennen”, sagte er auf einer Kundgebung im Gazastreifen zu 30 Jahren Hamas.

Was ihr noch wissen solltet:  

Nach der US-Anerkennung Jerusalems hatten militante Palästinenser im Gazastreifen am Mittwochabend erneut Raketen auf Israel abgefeuert, wie die Armee mitteilte.

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte am Donnerstag, die Armee werde sich auf alle Szenarien vorbereiten.

Dass Pence, ein streng evangelikaler Christ, für eine Entspannung sorgen kann, bezweifeln Beobachter zurecht