POLITIK
13/07/2018 16:16 CEST | Aktualisiert 14/07/2018 16:31 CEST

Trump in Großbritannien: Die 7 wahnwitzigsten Momente der Pressekonferenz

Auf den Punkt.

Jack Taylor via Getty Images
Trump gibt den Entertainer.

Er hat sich keine Freunde gemacht.

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Besuch in Großbritannien nicht nur tausende Demonstranten gegen sich. Mit seinem Interview in der britischen Zeitung “The Sun” hat er die britische Politik gegen sich aufgebracht. 

Denn darin pöbelte er regelrecht gegen den Brexit-Kurs von Premierministerin Theresa May. 

Am Freitag nun trafen sich Trump und May, um miteinander über ein mögliches Handelsabkommen der USA mit dem Vereinigten Königreich zu sprechen. Die anschließende Pressekonferenz verlief Trump-typisch wild. Wir haben die sieben wahnwitzigsten Momente gesammelt.

Die Pressekonferenz – auf den Punkt gebracht. 

1. Trump relativiert zunächst seine Kritik 

► In seinem “Sun”-Interview warnte Trump Premierministerin May noch vor einer zu engen Bindung ihres Landes an die Europäische Union nach dem Brexit. “Ich habe ihr gesagt, wie man das macht, aber sie hat es verbockt”, wetterte er. 

► Nun ruderte der US-Präsident zurück. “Was auch immer Sie machen, ist für mich in Ordnung”, sagte er vor Journalisten auf dem Landsitz Chequers bei London. 

► ”Stellen Sie nur sicher, dass wir zusammen Handel treiben können”, sagte Trump zu May. Nach seinen Gesprächen mit ihr gehe er davon aus, dass ein US-Handelsabkommen mit Großbritannien “absolut möglich sein wird”.

► Trump bestritt auf Nachfrage auch, dass er May angegriffen habe. “Ich habe die Premierministerin nicht kritisiert. Ich habe viel Respekt für die Premierministerin.”

2. Dann nennt er das “Sun”-Interview “Fake News”

► Trump setzte bei der Pressekonferenz auch zu einer Medienschelte an. Das Interview mit der “Sun” bezeichnete er als “Fake News”. 

► Trump stellte den Bericht der “Sun” nicht allgemein infrage. Die Story sei “allgemein in Ordnung” gewesen, aber sie habe die “positiven Äußerungen” ausgespart, die er über May gemacht habe. Das Weiße Haus werde daher in Zukunft alle Interviews selbst aufnehmen.

3. Eine Frage von CNN will er nicht zulassen

► Es war nicht die einzige Attacke auf die Presse. Als ein Reporter des US-Senders CNN Trump eine Frage stellen wollte, lehnte der US-Präsident das ab. 

► “CNN ist ‘Fake News’, ich nehme keine Fragen von CNN an”, sagte er. Dem ihm freundlich gesonnenen Sender Fox News gestattete er daraufhin eine Frage. 

► Danach bezeichnete Trump noch CNN und NBC News als “Fake News”.

4. Trump gibt May schließlich doch Ratschläge

► Ein Reporter fragte May, welchen Ratschlag ihr Trump für die Brexit-Verhandlungen gegeben habe. Die Premierministerin blockte ab: “Viele Menschen geben mir Ratschläge, aber mein Job ist es, rauszugehen und es zu tun.”

► Trump sagte dann noch, May sei beim Brexit in einer Sackgasse. Aber sie sei eine harte Verhandlerin. “Ich will sie lieber als Freundin, denn als Feindin.”

5. Trump und die Migration

► Wie beim Nato-Gipfel geißelte Trump erneut die Migration in Europa. 

► Auch die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte er: “Ich habe ein großartiges Verhältnis zu Angela. Aber: Es ist ihr Deutschland, Angela Merkels Deutschland.” 

► “Passt lieber auf euch auf”, riet er den Europäern. Die Migration verändere die Kultur und verändere die Sicherheitslage. “Ich glaube nicht, dass das gut für Europa ist und auch nicht für unser Land”, sagte Trump.

► May erklärte, Großbritannien sei stolz darauf, Einwanderer willkommen zu heißen. Dies müsse aber nach einem geregelten System ablaufen.

6. Trump kritisiert wieder einmal Deutschland – mit falschen Zahlen

► Trump hat sich auf Deutschland eingeschossen. Auch auf der Pressekonferenz kritisierte er die Bundesregierung erneut. 

► Der von Deutschland geduldete Bau der Pipeline Nord Stream 2, über die russisches Gas nach Europa transportiert werden soll, sei “ein furchtbares Ding”. Trump sprach von einer “Tragödie”.

► “Milliarden und Abermilliarden fließen vor allem aus Deutschland in die Taschen Russlands”, bemängelte Trump. Er wiederholte seine Kritik, Deutschland bestreite seinen Energiebedarf zu bis zu 70 Prozent aus Russland.

► Die Bundesrepublik hatte zuvor bereits klargestellt, dass dies eine falsche Darstellung ist. Nach Angaben der deutschen Vertretung bei der Nato bestreitet Deutschland derzeit 23 Prozent seines Energiebedarfs aus russischen Ressourcen.

7. Trump bleibt blass, wenn es um Russland geht 

► Am Montag trifft Trump dann noch auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bei der Pressekonferenz mit May bezog er jedoch nicht klar Stellung, wie er der aggressiven Außenpolitik Russlands begegnen will – trotz mehrfacher Nachfragen. 

► “Wir sind viel härter gegenüber Russland gewesen als jeder andere” sagte er. 

► Die völkerrechtswidrige Annektion der Krim-Halbinsel bezeichnete Trump als “Desaster” seines Vorgängers Barack Obama. Auf eine Frage eines Reporters, wie er den Krim-Konflikt lösen möchte, sagte Trump: “Wir blicken darauf wie auf andere Desaster, die ich übernommen habe.”

Trumps Treffen mit May – auf den Punkt gebracht: 

Die Pressekonferenz bot wenig Neues. Trump fühlte sich falsch verstanden, kritisierte die Presse und attackierte Deutschland mit falschen Zahlen.

Inhaltlich bleibt lediglich festzuhalten: Ein Handelsabkommen zwischen USA und Großbritannien ist möglich, Details dazu gab es jedoch nicht. 

Mit Material der dpa.

(sk)