POLITIK
19/10/2018 08:22 CEST | Aktualisiert 19/10/2018 08:52 CEST

Trump hält Wahlkampf-Rede – und feiert Gewalt gegen Journalisten

Top-News To Go.

Associated Press
Donald Trump bei seinem Wahlkampf-Auftritt in Montana. 

US-Präsident Donald Trump hat auf einer Wahlkampf-Veranstaltung für die Midterms einen republikanischen Kandidaten dafür gefeiert, dass dieser einen Journalisten verprügelte. 

► Trump sagte in seiner Rede über Greg Gianforte: “Ringt niemals mit ihm. Ihr versteht, was ich meine. Niemals. Jeder Typ, der einen Bodyslam hinkriegt, ist nach meinem Geschmack.”

► Hintergrund von Trumps Aussage: Gianforte hatte in seinem Wahlkampf für einen Sitz im Kongress einen Reporter des britischen “Guardian” vor laufender Kamera attackiert und verletzt. Der Republikaner gewann die Wahl trotzdem.

Warum Trumps Aussagen als Aufruf zur Gewalt gelten können: 

Trumps Aussagen über die Medien in den USA sind seit jeher aggressiv und abwertend. 

“Fake News”, “Lügenpresse”, “Feinde des Volkes” – der US-Präsident hetzt seine Anhänger gegen Zeitungen wie die “New York Times” und die “Washington Post” sowie Sender wie CNN, NBC oder MSNBC auf. 

Trump hatte auch Gianforte nach dessem körperlichen Angriff auf den Mitarbeiter des “Guardian” weiter verteidigt. Nun geht er einen Schritt weiter: Er feiert eine brutale Attacke auf einen Journalisten als klasse Sache. 

Das schürt die Gefahr, dass sich Trumps Anhänger und rechte Bewegungen in den USA gerechtfertigt sehen, ebenfalls Journalisten zu attackieren. 

Wie der “Guardian” auf Trumps Aussagen reagierte: 

In einem Statement verurteilte John Mulholland, der Chefredakteur der US-Redaktion des “Guardian”, Trumps Aussagen. 

“Der Präsident der Vereinigten Staaten hat heute einem körperlichen Angriff auf einen Journalisten gratuliert, der für uns arbeitet. So eine Attacke auf jemanden, der einfach nur seine Arbeit machte, zu feiern, ist gleichbedeutend mit einem Angriff auf die Pressefreiheit – und das von jemanden, der einen Eid geschworen hat, diese zu schützen.” 

(vw)