POLITIK
14/12/2018 16:31 CET

Trump-Enthüllung: US-Präsident war angeblich bei Schweigegeld-Absprache im Raum

Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen: “Ich wusste, dass es falsch war.”

ASSOCIATED PRESS
Behauptet, absolut unschuldig zu sein: US-Präsident Donald Trump.
  • Hat US-Präsident Donald Trump illegale Wahlkampfspenden in Auftrag gegeben? Sein Ex-Anwalt, ein Medienunternehmer und die Staatsanwaltschaft sagen: Ja. 
  • Nun belasten zwei Berichte den US-Präsidenten: Trump soll laut diesen im Raum gewesen sein, als die Zahlungen besprochen wurden. 

Am Mittwoch wurde Michael Cohen, der Ex-Anwalt von US-Präsident Donald Trump, zu drei Jahren Haft verurteilt. Cohens Vergehen: Bankbetrug, Steuerhinterziehung – und illegale Wahlkampfspenden. 

Cohen zahlte Schweigegeld an das Ex-Playmate Karen McDougal, sowie die Pornostarstellerin Stormy Daniels, mit denen Trump Affären gehabt haben soll. 

Trump leugnet die Affären. Die Zahlung an Daniels sei eine “einfache private Transaktion” gewesen, behauptet der US-Präsident.

Doch Cohen hat vor Gericht zugegeben, die Zahlungen getätigt zu haben, um zu verhindern, dass die Affäre vor der US-Präsidentschaftswahl an die Öffentlichkeit geraten. 

Vor dem US-Gesetz gilt dies als illegale Wahlkampfspende. 

Und Cohen behauptet auch: Trump hat die Zahlungen nicht nur in Auftrag gegeben, er habe auch gewusst, dass diese illegal seien. 

Gefährliche neue Enthüllung für Trump

Eine weitere Enthüllung in diesem Zusammenhang, von denen die US-Sender NBC News und CNN am Donnerstag berichteten, könnte Trump jetzt besonders gefährlich werden.

Die Staatsanwaltschaft New York machte zuletzt einen Deal öffentlich, den sie mit dem Medienhaus AMI, in dem das Klatschblatt “National Enquirer” erscheint, eingegangen war. 

Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, die Schweigegeld-Zahlungen an Karen McDougal für Trump vorgenommen zu haben. AMI bestätigte nun eine Zahlung von 150.000 Dollar an McDougal, die die Trump-Wahlkampagne vor negativen Schlagzeilen schützen sollte. 

Brisant: Laut den Berichten von NBC und CNN war der US-Präsident im Raum, als Cohen mit AMI-Chef David Pecker über die Zahlungen sprach.

Stimmt das, wäre Trump mindestens Mitwisser in Bezug auf die illegalen Wahlkampfspenden. Längst glaubt aber auch die Staatsanwaltschaft: Trump hat diese Zahlungen selbst beauftragt und koordiniert. 

Cohen: “Ich wusste, dass es falsch war”

Der US-Präsident hingegen bestritt in einem Interview mit Fox News seine Beteiligung an den Schweigegeld-Zahlungen. Er habe Cohen nie dazu angewiesen, etwas falsches zu tun. 

Doch sein Ex-Anwalt bekräftigte am Donnerstag erneut die Anschuldigung, dass Trump die Zahlungen in Auftrag gegeben und gemeinsam mit ihm koordiniert habe. 

In einem Interview mit ABC News sagte Cohen: “Ich wusste, dass es falsch war, was ich getan habe”. Seine Loyalität gegenüber Trump sei jetzt vorbei. “Meine Lügen haben jetzt ein Ende”, sagte er.

Auf die Frage, ob auch Trump gewusst habe, dass es “falsch” war, die Zahlungen zu tätigen, entgegnete Cohen: “Natürlich”.

(jg)