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05/12/2018 12:52 CET | Aktualisiert 05/12/2018 16:21 CET

Trump steigt für 228 Meter Weg in seine Limo – und erntet Spott

Ist der US-Präsident zu faul – oder folgte er einfach einer Anweisung seines Sicherheitsdienstes?

Chip Somodevilla via Getty Images
Lauffaul: US-Präsident Donald Trump ließ sich und seine Ehefrau Melania für eine Strecke von 228 Metern in seiner Limousine kutschieren. 
  • Für eine Strecke von weniger als 250 Metern setzte Donald Trump am Dienstag eine Autokolonne in Bewegung. 
  • Ist der US-Präsident einfach faul – oder ein “Opfer” seines Sicherheitsdienstes?

Eine Stretchlimousine, eine Autokolonne mit acht Fahrzeugen und das Ganze für eine Strecke von 228 Meter: Für diese etwas kuriose Szene sorgte US-Präsident Donald Trump, als er am Dienstag gemeinsam mit seiner Frau Melania seinem Vorgänger George W. Bush einen Besuch abstattete.

Die Trumps besuchten die Bushs, um persönlich Anteil am Tod von George H.W. Bush, der vergangene Woche verstorben war, zu nehmen.

Das Blair House, in dem die Familie Bush residiert, liegt direkt gegenüber vom Weißen Haus. Trump hätte demnach einfach nur die Straße überqueren müssen – stattdessen nahm er das Auto. 

Ist Trump einfach nur faul?

Es gibt zwei mögliche Erklärungen für die Luxusfahrt der Trums: Zahlreiche amerikanische Kommentatoren stellen sich die Frage, ob Trump einfach nur sehr faul ist, oder ob er aus Sicherheitsgründen den kurzen Spaziergang über die Pennsylvania Avenue verweigerte.

So auch die “Washington Post”, die über den insgesamt 23-minütigen Besuch bei den Bushs berichtete. “Präsidenten, einschließlich des letzten, haben den Weg bereits zu Fuß zurückgelegt”, zitierte die US-Zeitung Edward Price, der als Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates in der Obama-Regierung tätig war.

Auch eine CNN-Reporterin ließ es sich nicht nehmen und spielte mit der Frage “Knochensporn?” auf eine frühere Aussage von Trump über eine Verknöcherung an seiner Ferse an.

Damals hatte Trump erklärt, er habe nicht am Vietnamkrieg teilnehmen können, weil er an einer Knochenkrankheit leiden würde. 

Laut Informationen der US-Zeitung wollte sich keiner der zahlreichen Personenschützer, des medizinischen Personals und der weiteren Helfer des weißen Hauses zu öffentlichen Spekulationen über Trumps Kurztrip hinreißen lassen.

War es eine Anweisung des Secret Service?

Vielleicht hielten sie es auch einfach nicht für ein wichtiges Thema. Schließlich ist Trump nicht der einzige Präsident, der für kurze Strecken das Auto nahm.

In ihrer Biographie “Becoming” berichtete die ehemalige First Lady Michelle Obama ebenfalls davon, dass der Secret Service ihr einige Male “eine Autokolonne anstelle eines Spaziergangs an der frischen Luft” empfahl – aus Sicherheitsgründen.

Ob sie und Ehemann Barack der Empfehlung auch nach gekommen sind, verriet Obama dort allerdings nicht.

Nichtsdestotrotz: Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kann es sich sicherlich rausnehmen, über einen Spaziergang von 228 Metern selbst zu entscheiden.

(jg)