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09/09/2018 18:48 CEST | Aktualisiert 09/09/2018 21:46 CEST

Tötungsdelikt in Köthen: Was über die Tat bisher bekannt ist

Was wir über den tödlichen Streit in Köthen wissen – und was nicht.

Hannibal Hanschke / Reuters
Zwei Männer sitzen auf einer Bank nahe dem Tatort am Karlsplatz in Köthen. 

In der Kleinstadt Köthen in Sachsen-Anhalt ist bei einem Streit zwischen zwei Deutschen und zwei Afghanen ein 22-jähriger deutscher Mann gestorben

Die Polizei hat die zwei Afghanen wegen Verdachts auf ein Tötungsdelikt festgenommen, noch aber sind die Hintergründe über die Tat noch nicht klar. 

Was wir über den tödlichen Streit in Köthen wissen – und was nicht: 

So soll es zu der Tat in der Samstagnacht gekommen sein: 

► Die Polizei und die Staatsanwaltschaft haben noch keine gesicherten Informationen zum Ablauf der Tat herausgegeben. Mehrere Medien berichten jedoch unter Berufung auf Augenzeugen über die Ereignisse.  

► So soll das Opfer Markus B. laut der “Volksstimme” in der Nähe des Tatorts in einem Hof mit Freunden und Geschwistern gefeiert haben. Auf dem Spielplatz hätten sich derweil die beiden Afghanen mit einer Frau gestritten. Es sei darum gegangen, wer der Vater deren ungeborenen Kindes sei. 

► B. sei laut Freunden mit einem Begleiter hinzugekommen, um den Streit zu schlichten. Stattdessen sei es zur Gewalt gekommen. Die “Volksstimme” berichtet, Augenzeugen zufolge sei B. mehrfach gegen den Kopf getreten worden. 

► Auch die “Mitteldeutsche Zeitung” und die Deutsche Presse-Agentur berichten über den Streit. Es sei laut “MZ” unklar, ob sich B. und sein Begleiter ungefragt einmischten, oder die Frau um Hilfe gebeten habe

So soll das 22-jährige Opfer gestorben sein: 

► Sowohl die “Mitteldeutsche Zeitung” als auch der Sender MDR berichten, die Obduktion von B. am Sonntag habe ergeben, dass er an einem Herzstillstand gestorben sei

► Die Polizei bestätigte diese Meldung am Abend. Das Herzversagen stehe nicht “im direkten kausalen Zusammenhang mit den erlittenen Verletzungen”, teilte die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost am Sonntagabend mit Blick auf das vorläufige Obduktionsergebnis mit.

Das ist bisher über die beiden Tatverdächtigen bekannt: 

► Die Sicherheitsbehörden bestätigten bisher nur, dass sie zwei Männer aus Afghanistan als Tatverdächtige verhaftet hätten. Ein dritter Afghane, von dem zu Beginn die Rede war, sei nicht in die Tat verwickelt gewesen

► Das Alter der Männer sei 18 und 20 Jahre. 

► Gegen den 18 Jahre alten Verdächtigen würden die Ermittlungen nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung geführt. Gegen den 20-Jährigen werde wegen des Anfangsverdacht der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.

► Die “Mitteldeutsche Zeitung” schreibt derweil, dass die Männern beide polizeibekannt seien; nur einer der Afghanen habe eine Aufenthaltsgenehmigung

► Der andere Verdächtige habe bereits abgeschoben werden sollen – die Abschiebung sei jedoch verhindert worden, weil die Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den Mann ermittle. 

Am vergangenen Dienstag jedoch habe die Staatsanwaltschaft bereits in eine Abschiebung des Mannes eingewilligt. Noch sei das entsprechende Schreiben aber nicht bei der Ausländerbehörde eingegangen.