12/01/2018 15:48 CET | Aktualisiert 01/02/2018 17:05 CET

Forscher: So beeinflusst die Schlafposition das Risiko einer Totgeburt

Die Forscher haben für Mütter einige Tipps, um das Risiko zu verhindern.

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Forscher finden heraus: So beeinflusst die Schlafposition das Risiko einer Fehlgeburt
  • Experten raten Frauen oft, gegen Ende der Schwangerschaft in Seitenlage zu schlafen
  • Bisher war dafür vor allem der Kreislauf der werdenden Mutter der Grund
  • Forscher haben jetzt aber herausgefunden, dass die Schlafposition eine Totgeburt verhindern kann

Es ist etwas, über das niemand gerne nachdenken möchte. Vor allem nicht werdende Eltern. Doch jedes Jahr kommen in Deutschland etwa 2000 Babys zur Welt, ohne jemals ihre Augen zu öffnen.

Eine aktuelle Studie zeigt jetzt, dass Frauen das Risiko einer Totgeburt in der Schwangerschaft verringern können.

Entscheidend ist dafür die Schlafposition. So ist die Wahrscheinlichkeit einer sogenannten stillen Geburt bei werdenden Mütter mehr als doppelt so groß, wenn sie im dritten Trimester auf dem Rücken schlafen. 

Forscher untersuchten dafür das Schlafverhalten von mehr als 1000 schwangeren Frauen. 291 der Schwangerschaften endeten in einer Totgeburt nach der 28. Woche. Eine Analyse zeigte, dass diese Frauen häufiger auf dem Rücken schliefen.

Die Zahl der Totgeburten kann um 3,7 Prozent verringert werden

Die Ergebnisse der Studie, durchgeführt von Professor Alexander Heazell im Forschungszentrum des St. Mary’s Hospitals in Manchester, wurden in der Fachzeitschrift “Journal of Obstetrics and Gynaecology” veröffentlicht.

 

Die Forscher vermuten, dass die Anzahl von Totgeburten um 3,7 Prozent sinken könnte, wenn schwangere Frauen nicht mehr auf dem Rücken schlafen.

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In der Studie wurde allerdings nicht untersucht, inwiefern die Schlafposition das ungeborene Baby beeinflusst. Die Mediziner haben dazu aber einige Theorien.

Denn wenn eine Frau im dritten Semester auf dem Rücken liegt, drückt das gesamte Gewicht des Babys sowie das der Gebärmutter auf die Hauptblutgefäße, die den Uterus versorgen.

Das kann den Blutfluss und die Sauerstoffversorgung des Babys einschränken. Eine andere Ursache könnte die unregelmäßige Atmung der Mutter während des Schlafs sein. Die kommt in Rückenlage erhöht vor.

Ein Kissen soll helfen, die Schlafposition zu stützen

Die Forscher haben für Mütter einige Tipps, um das Risiko zu verhindern. Sie empfehlen, ein Kissen hinter den Rücken zu legen, um die seitliche Schlafposition zu stützen. Wenn sie nachts aufwachen, sollen Schwangere ihre Position überprüfen und wenn nötig wieder in die Seitenlage wechseln.

Werdenden Mütter wird zwar schon länger empfohlen, gegen Ende der Schwangerschaft auf der Seite zu schlafen. Bisher ging es dabei aber um den Komfort und den Kreislauf der Schwangeren selbst.

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“Wir glauben daran, dass wir durch das Erkennen und Vermeiden von Risikofaktoren die Anzahl der tot geborenen Babys verringern können”, sagte Heazell.