POLITIK
04/08/2018 06:12 CEST

Top-Ökonom Fratzscher: "Es müssen deutlich mehr Zuwanderer kommen"

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Joerg Koch via Getty Images
Syrische Flüchtlinge arbeiten bei BMW in München.

► Der Lei­ter des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW), Mar­cel Fratzscher, lobt im “Spiegel” die Initiative, Fachkräfte aus dem Ausland mit der sogenannten “blauen Karte” nach Deutschland zu holen.

► “Frü­her wa­ren die Haupt­zie­le der Fach­kräf­te die Ver­ei­nig­ten Staa­ten und Großbri­tan­ni­en. In­zwi­schen ist Deutsch­land er­freu­li­cher­wei­se at­trak­ti­ver geworden”, sagte Fratzscher.

► Jedoch werde der bisherige Zuzug nicht ausreichen, um den Fachkräftemangel auszugleichen, glaubt der Top-Ökonom.

► “Deutsch­land ist für Zu­wan­de­rer zwar at­trak­ti­ver ge­wor­den, aber es müs­sen deut­lich mehr kom­men”, sagte Fratzscher. Er kritisiert die hohen Hürden für den Erhalt einer “blauen Karte”.

Das steckt hinter der “blauen Karte”:

Die “blaue Karte” ist ein elektronischer Aufenthaltstitel, der seit 2012 im Rahmen eines EU-Programms zur Aufnahme von Hochqualifizierten aus Drittstaaten vergeben wird.

Im ers­ten Quar­tal die­ses Jah­res er­hiel­ten laut “Spiegel” 6865 aus­län­di­sche Fach­kräf­te eine “blaue Karte” in Deutschland. Das sind 18 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. 

Was kritisiert Fratzscher?

Fratzscher kritisiert, das Mindesteinkommen für den Erhalt des Aufenthaltstitels sei zu hoch. Es werde ein Min­dest­ein­kom­men von 52.000 Euro im Jahr ver­langt, Pfle­ge­kräf­te würden jedoch deut­lich we­ni­ger verdienen.

 Der DIW-Chef sagt zudem: “Hin­zu kom­men wei­che Fak­to­ren wie Frem­den­feind­lich­keit oder so­gar Ras­sis­mus, die ab­schre­cken.”