NACHRICHTEN
09/09/2018 17:52 CEST | Aktualisiert 09/09/2018 17:53 CEST

Tödlicher Streit in Köthen: Bürgermeister reagiert genau richtig auf die Tat

"Ich habe mit tiefer Bestürzung von dem Tod des 22-jährigen am Karlsplatz erfahren."

Hannibal Hanschke / Reuters
Am Tatort in Köthen haben Anwohner und Bürger der Stadt Blumen niedergelegt. 
  • In der Stadt Köthen in Sachsen-Anhalt ist bei einem Streit zwischen Afghanen und Deutschen am Samstag ein Mann tödlich verletzt worden. 
  • Nun wollen Rechtsextreme einen Trauermarsch in der Stadt abhalten – doch deren Bürgermeister reagierte darauf bestimmt. 

Nach Chemnitz folgt Köthen: Nach einem Tötungsdelikt bereiten sich Rechte und Rechtsextreme auf einen “Trauermarsch” in der Stadt vor. 

Zuvor war am Samstag bei einem Streit zwischen zwei Männergruppen ein 22-Jähriger gestorben. Zwei Afghanen wurden in der Nacht zum Sonntag wegen des Anfangsverdachts eines Tötungsdelikts festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachsen-Anhalt gemeinsam mitteilten.

Zu den Hintergründen des Geschehens sei derzeit nichts bekannt, hieß es weiter. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Der Tote war Medienberichten zufolge ein deutscher Staatsbürger – weshalb nun Neonazi-Parteien wie “Die Rechte” zu einem Aufmarsch in der Stadt aufrufen

Doch der Bürgermeister der kleinen Stadt, Bernd Hauschild, hat eine klare Warnung wegen der Veranstaltung ausgesprochen. 

Bürgermeister von Köthen: “Von einer Teilnahme am Trauermarsch rate ich ab”

Er habe mit tiefer Bestürzung vom Tod des 22-Jährigen am Karlsplatz erfahren, schrieb Hauschild bei Facebook. Im stillen Gedenken sei er um 13 Uhr am Tatort gewesen

Dann lud Hauschild seine Bürger zum Gedenken in die Jakobs-Kirche in seiner Stadt ein, wo um 16 Uhr ein Trauergottesdienst stattfand. 

Von der von Rechten in seiner Stadt geplanten Veranstaltung distanzierte sich der Bürgermeister hingegen: “Von einer Teilnahme am geplanten Trauermarsch um 19:00 Uhr rate ich ab, da mir Informationen vorliegen, dass auch gewaltbereite Gruppen von außerhalb Köthens in großer Zahl anreisen werden.” 

Polizei bereitet sich auf Einsatz wegen Demonstrationen in Köthen vor

Nach dem tödlichen Streit in Köthen bereitet sich die Polizei nun auf die Proteste in der Stadt vor.

Neben dem von rechten Gruppierungen angekündigten “Trauermarsch” hat die Linken-Politikerin Henriette Quade für Sonntag eine Demonstration gegen rechte Hetze angemeldet, die um 18 Uhr am Bahnhof beginnt.

Laut Informationen von “Spiegel Online” seien die Sicherheitsbehörden in Sachsen-Anhalt in Alarmbereitschaft. So sei die Bundespolizei auf dem Weg nach Köthen. 

(ame)