GOOD
11/04/2018 17:40 CEST | Aktualisiert 11/04/2018 18:41 CEST

Todkranke Mutter verliert Krankenversicherung – jetzt helfen Facebook-User

Innerhalb kurzer Zeit bekam sie zahlreiche Hilfsangebote – und eine Entschuldigung.

  • Iris Malter aus Unna ist schwer krank und wegen eines Fehlers beim Jobcenter hatte sie keine Krankenversicherung mehr
  • Nach einem Facebook-Post bekommt sie jetzt Unterstützung
  • Im Video oben: Diese todkranke Frau musste ebenfalls um ihre Zuschüsse kämpfen

Iris Malter ist todkrank. Sie hatte Bauchschmerzen, ihr war ständig übel und sie konnte plötzlich gar nichts mehr essen. Vor drei Jahren fanden Ärzte in ihrem Darm ein Loch, bei einer Operationen entdeckten sie weitere Löcher und Thrombosen. Nach und nach mussten die Ärzte mehr von ihrem Darm entfernen.

Heute bleiben ihr 17 Zentimeter – ein gesunder Darm eines Erwachsenen ist 5,5 bis 7,5 Meter lang. Die 34-Jährige muss künstlich ernährt werden.

► Als wäre all das nicht schlimm genug, hatte ein Fehler beim Jobcenter zur Folge, dass sie nicht mehr krankenversichert war.

Genesungswünsche, Tipps für die Versicherung und eine Entschuldigung vom Jobcenter

Nach eigenen Angaben hatte die Frau aus dem Ruhrgebiet die notwendigen Anträge fristgerecht eingereicht – nur wurden sie nicht bearbeitet. 

► In dem Facebook-Forum “Unna hilft Unna” wendete sie sich an die anderen Mitglieder und bat um Hilfe:

Mir platzt der Kragen. Das Jobcenter Unna hat es wieder geschafft. Dank einer tollen Bearbeitung meines Hauptantrages für meine Familie besteht nun seit dem 25.03.2018 kein Versicherungsschutz mehr. Dies ist jedoch insofern gravierend, weil ich derzeit auf eine künstliche Ernährung angewiesen bin, Medikamente benötige sowie Pflegedienst.

Facebook Iris Malter

Innerhalb kürzester Zeit erreichten Malter zahlreiche Genesungswünsche, Tipps, und Hilfsangebote. Ihr Aufruf sprach sich bis zum Jobcenter herum. 

► Schon am nächsten Morgen hatte sie eine E-Mail in ihrem Postfach: Ihr Fall soll sofort überprüft werden und auch der Geschäftsführer entschuldigte sich bei ihr. 

Dem Onlineportal “Unna24” erzählte sie, wie froh sie um jede Hilfe sei. “Was das betrifft, funktioniert Facebook doch sehr gut.”

Eine Patenoma für Tochter Leonie

Ein Grund für die 34-Jährige, nicht aufzugeben, ist ihre Tochter Leonie. Die Kleine weiß, dass ihre Mutter sterben wird. “Wir planen zusammen die Beerdigung”, sagte Malter zu “Unna24”.

► Über Facebook hat sie auch eine Paten-Oma für Leonie gefunden, und es fanden sich Helfer für einen Umzug.

Mit Leonie würde sie gerne noch mal wegfahren, am liebsten an die Nordsee. Am Donnerstag wird das Mädchen sechs Jahre alt – auch für diesen Tag haben schon zahlreiche Facebook-User ihre Hilfe angeboten.

“Ich will das strahlende Kind sehen, das ist nämlich leider selten geworden”, sagte die Mutter “Unna 24″.

(ujo)