NACHRICHTEN
16/07/2018 17:24 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 15:15 CEST

Tochter wurde Opfer von Missbrauch: Jahre später tötet sie ihren Vater

Das Gericht verurteilte die Frau nun zu neun Jahren Haft.

  • Eine Frau aus England hat ihren Vater getötet und das Geheimnis für 12 Jahre für sich behalten.
  • Nun kam nicht nur der Mord ans Licht, sondern auch, warum die Frau ihren Vater tötete.
  • Oben im Video seht ihr die aktuelle Statistik der Sexualstraftaten in Deutschland.

Es war im Jahr 2006, als es passierte: Die damals 51-jährige Barbara Coombes aus dem englischen Reddish brachte ihren eigenen Vater um. Mit einer Schaufel tötete sie ihn und vergrub ihn anschließend im Garten der Familie.

Erst jetzt – 12 Jahre nach der Tat – kam der Mord ans Licht. Weil die Frau zur Polizei ging und das Verbrechen gestand.

Frau findet verstörende kinderpornografische Bilder von sich

Wie die lokale Tageszeitung “Manchester Evening News” berichtete, gärtnerte die damals 51-Jährige Coombes auf dem Grundstück ihres Vaters. Als sie zurück ins Haus gekommen sei, habe sie eine Schachtel mit Fotos auf dem Esstisch gesehen. Sie habe die Kiste geöffnet – und Verstörendes gefunden.

Die Fotos zeigten sie selbst – als kleines Mädchen in pornografischen Posen. Laut ihrer Aussage waren unter den Fotos auch Aufnahmen von anderen Minderjährigen.

Während dem Durchblättern der Bilder sei alles wieder hochgekommen. Ihr Vater habe sie jahrzehntelang missbraucht – auch andere Mädchen seien Opfer von seinen sexuellen Übergriffen geworden. Das erzählte Coombes vor Gericht.

Ihr sei damals nur ein Gedanke gekommen: Ihren Vater umzubringen.

Also griff sie sich eine Schaufel und tötete den damals 87-Jährigen. Danach wickelte sie ihn in einen Teppich und vergrub ihn im Garten der Familie.

Frau behält Geheimnis 12 Jahre lang für sich

Vor Gericht gestand Coombes, dass sie zu Angehörigen und Freunden sagte, dass ihr Vater gestorben sei und das Krankenhaus sich um die Bestattung gekümmert habe. Gegenüber den Behörden schwieg sie und erschlich sich so vermutlich über Jahre staatliche Zuschüsse und Pensionen im Wert von knapp 200.000 Euro.

Bis die Hausverwaltung darauf drängte, ihren Vater zu treffen. Diese war misstrauisch geworden, schließlich wäre der zu dem Zeitpunkt bereits fast 100 Jahre alt gewesen.

Ein Tag vor einem anberaumten Termin mit der Verwaltung bekam die Frau offensichtlich doch Angst und ging zur Polizei.

Nach 12 Jahren ist das Geheimnis um den Verbleib des Vaters gelüftet: Die Polizei entdeckte die Leiche von Coombes Vater auf dessen Grundstück im Garten.

63-Jährige erhält neun Jahre Haftstrafe wegen Totschlags

Vor Gericht plädierte der Anwalt von Coombes auf “nicht schuldig”, da die Frau das eigentliche Opfer sei. So zitierte ihn die britische Tageszeitung “Guardian”. Schließlich habe ihr Vater sie jahrzehntelang vergewaltigt. Auch habe die Frau ein Kind gehabt, das kurz nach der Geburt gestorben sei – auch das könnte möglicherweise vom Vater gewesen sein.

Der Richter ließ die Verteidigung nicht gelten. Schließlich hätte die 63-Jährige noch länger geschwiegen, wenn die Umstände sie nicht zu einem Geständnis gezwungen hätte.

Das Ergebnis: Coombes erhielt neun Jahre Haft wegen Totschlags.

(tb)