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04/06/2018 16:33 CEST | Aktualisiert 04/06/2018 16:33 CEST

Tipps für 24 Stunden in Amsterdam

Die niederländische Hauptstadt glänzt mit prachtvollen alten Kaufmannshäusern, verwinkelten Gassen, Grachten, Museen, multikulturellem Leben und der Lebenslust der Menschen.

@ Cornelia Lohs

Mit nur 800.000 Einwohnern ist Amsterdam im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten nicht sehr groß. Das Zentrum ist überschaubar und die Entfernungen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind klein und können zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt werden. Radverleihe gibt es an jeder Ecke.

© Cornelia Lohs
© Cornelia Lohs

9:00

Grachtenrundfahrt

Zum ersten Mal in Amsterdam? Vom Wasser aus lernt man die Stadt am besten kennen! Ob mit einem der verglasten Besichtigungsboote, einer offenen Elektro-Schaluppe mit Skipper oder auf eigene Faust mit dem Tretboot spielt dabei keine Rolle. Wobei Letzteres am meisten Spaß macht, denn hier kann man seine eigene Route festlegen.

@ Cornelia Lohs

Tretbootverleihe gibt es u.a. beim Leidesplein, am Anne Frank Haus und am Rejksmuseum. Verfahren kann man sich nicht, denn man bekommt eine Karte mit den wichtigsten Grachten und den Verleih- und Rückgabestellen. 1 Stunde ca. 10-15 €.Hop on – Hop off Besichtigungsboote, Tagesticket online ab 20 €

@ Cornelia Lohs

Über 30 Kanäle ziehen sich durch Amsterdam. Die vier Hauptkanäle sind die Prinsengracht, an der das Anne Frank Haus steht, die Herengracht, an deren Ufern Giebeläuser mit prächtigen Fassaden thronen, die Keizergracht, breitester Kanal im Zentrum sowie die Singelgracht, wo in Nummer 7 das schmalste Haus Amsterdams steht, das nur einen Meter breit ist.

© Cornelia Lohs

An den Ufern der Grachten sind Hausboote in allen Varianten vertäut. Viele mit Terrassen, einige mit Gärten und manche mit mehreren Etagen und viel Glas. Als Notunterkünfte im 2. Weltkrieg entstanden, später Lösung für die zunehmende Wohnungsnot, gehören die mittlerweile 2.500 Hausboote heute zum Stadtbild.

@ Cornelia Lohs
@ Cornelia Lohs
Das älteste Hausboot Amsterdams

11:00

Anne Frank Haus

Ein Muss für jeden, der das berühmte Tagebuch gelesen hat! Das Grachtenhaus, in dem sich die Familien Frank und Van Pels sowie Fritz Pfeffer vor den Nazis versteckten, ist seit 1960 ein Museum. Zwei Jahre lang lebten die acht Menschen in abgedunkelten Räumen auf weniger als 50 Quadratmetern im Hinterhaus. Die Zimmer sind heute unmöbliert, zu sehen sind Fotografien, historische Dokumente und Zitate aus Annes Tagebuch. Das Original befindet sich im Museum und kann auf Displays angeschaut werden.

(Prinsengraacht 263-267, Tickets: Besuch des Museums nur mit Online-Ticket möglich, siehe „annefrank.org), 1. April-1. Nov. tgl. 9-22, Nov.-April tgl. 9-19, Sa bis 21 Uhr).

13:00

Mittagessen im Nacarat

@ Cornelia Lohs

Das Rooftop-Restaurant im 5. Stock des im Herbst 2017 eröffneten Kaufhauses Hudson’s Bay bietet neben leckerer griechischer und orientalischer Küche einen grandiosen Blick über Amsterdam.

(Rokin 49, Mittagessen Mo-Do 11.30-15, Fr-So bis 16, Abendessen 18.30-22.30, Bar tgl. ab 15 Uhr)

15:00

Rijksmuseum

Zugegeben, man braucht mehr als einen Tag, um auf vier Stockwerken und 80 Räumen alles zu sehen im wichtigsten Museum der Niederländer, das eine große Sammlung der holländischen Kunst des „Goldenen Jahrhunderts“ (17. Jh.) verwahrt. Die Highlights schafft man allerdings in kurzer Zeit: Rembrandts „Nachtwache“ in einem Raum, der eigens für das Gemälde entworfen wurde, die Ehrengalerie mit weltberühmten Meisterwerken von Frans Hals, Jan Stehen, Rembrandt und Vermeer sowie Cuypers Library, Hollands größte und älteste kunsthistorische Bibliothek.

Tipp: Mehr Rembrandt im Rembrandthuis in der Jodenbreetstraat 4

(Museumstraat 1, tgl. 9-17 Uhr, Tickets online: „rijksmuseum.nl“)

© Cornelia Lohs / Rejksmuseum

17:00

Van Gogh Museum

Die großen, lichtdurchfluteten Säle des Gebäudes aus Glas und Sichtbeton beherbergen die weltweit größte Sammlung der Werke des Künstlers. Die bedeutendsten Gemälde, darunter die berühmten Sonnenblumen und zahlreiche Selbstporträts, hängen chronologisch geordnet im 1. Stock. Einen Katzensprung entfernt befindet sich das Stedelijk Museum mit Exponaten ab 1850 bis zur Gegenwart, darunter Werke von Matisse, Mondriaan, Picasso und Andy Warhol.

(Museumplein 6, tgl. 9-19, Fr/Sa bis 21 Uhr, Karten online: „vangoghmuseum.nl“)

19:00

Schlemmen wie Gott in Frankreich

@ Apollo Hotel

Auf der Karte des „Bodon – La Grande Brasserie“ stehen zwar klassische französische Gerichte, aber Küchenchef Inan Sahin bereitet auf Anfrage auch ein vegetarisches/veganes Menü zu. Ein Highlight ist die offene Küche, in der man den Köchen fast vom Tisch aus über die Schultern sehen kann. Sämtliche Tische des Restaurants sind so arrangiert, dass sie einen Blick auf die Grachten freigeben, auf der Terrasse sitzt man direkt am Wasser. Hingucker ist die kunterbunte Decke aus handgemachtem Tiffany-Glas im Lafayette-Stil.

(Apollolaan 2, im Hotel Apollo, Mo-Sa 12-15 und 18-22 Uhr, So geschlossen)

Tipp Unterkunft

Apollo – Hotel für Individualisten in ruhiger und zentraler Lage

@ Cornelia Lohs
Blick vom Wasser auf das Apollo. Der Flachbau im Vordergrund beherbergte während der Olympische Spiele 1928 das Pressezentrum

Die Lage direkt am Kanal ist unschlagbar, denn hier treffen gleich fünf Kanäle zusammen. Welche Pracht sich hinter der Fassade des viereckigen Blocks verbirgt, der zu den Olympischen Spielen 1928 errichtet wurde, ist von außen nicht zu erkennen. Das geschichtsträchtige Haus, das seinen alten Glanz längst verloren hatte, wurde 2016-17 von Will Erens neu gestaltet.

@ Apollo Hotel
The Living Room

Der bekannte Self-Made Designer aus Belgien ließ sich vom Glamour der 1920er und der Opulenz der 1970er Jahre inspirieren und schuf einen Stilmix, der Elemente des Art Nouveau, Art Deco, Palm Springs und des Post-Luxury umfasst. Das Apollo ist Teil von Tribute Portfolio, der jüngsten Marke von Marriott International, die für faszinierendes Design, individuelle Atmosphäre und herzlichen Service steht, und das erste der Marke in den Niederlanden.

@ Apollo Hotel
Eines der 223 individuell gestalteten Zimmer des Apollo Hotels

Das 223 Zimmer umfassende Hotel liegt zentral in Oud-Zuid, in Fußnähe zum Museumsviertel und dem multikulturellen De Pijp, wo unkonventionelle Läden, zahlreiche Cafés und Europas größter Tagesmarkt, der legendäre Albert Cuypmarkt mit einem vielseitigen und exotischen Warenangebot beheimatet sind. Der „de Cuyp“ findet seit über 100 Jahren von Montag bis Samstag statt.

Highlight neben dem Gourmet-Restaurant Bodon ist die stilvolle Lounge „The Living Room“, wo neben Frühstück, Snacks und Cocktails zum Tee und Cappuccino leckere Pralinen und Macarons aus der hauseigenen Pâtisserie serviert werden. Nach einem Tag auf Sightseeing-Tour könnte man mit Leckereien und Tee in einem der bequemen Sessel mit Blick auf den Kanal ewig verweilen – vor allem, weil es hier so schön ruhig ist. Der Trubel der Großstadt scheint so fern, auch wenn er so nah ist.

(Apollolaan 2, DZ ab 170 €, „tributeportfolio.com/apolloamsterdam“, öfftl. Verkehrsmittel in Hotelnähe: Tram Nr. 5, Haltestelle Gerrit van der Veenstraat)

@ Cornelia Lohs
Terrasse des Apollo mit Wasserblick