LIFESTYLE
23/05/2018 17:48 CEST

Von wegen Dating-App – Studie zeigt, wie User Tinder wirklich benutzen

Es hat weder mit Sex noch mit Liebe zu tun.

Rawpixel via Getty Images
Die große Gemeinsamkeit der Tinder-User ist eine hohe Soziosexualität, sagen die Forscher. 
  • Norwegische Forscher haben Studenten befragt, wie sie Dating-Apps verwenden.
  • Und dabei kam heraus: Den meisten geht es weder um Sex noch um Liebe – sondern um pure Unterhaltung. 

App herunterladen, Selfies hochladen, ein bisschen hin und her wischen und schon hat man sich in ein paar Minuten ein heißes Sex-Date klar gemacht. Das versprechen sich viele Nutzer von Dating-Apps wie Tinder. Denkste!

Wie eine Studie der Universität Trondheim in Norwegen jetzt belegt, ist das doch nicht so einfach; Zwar seien einige User auf der Suche nach Sexpartnern, doch ein Großteil nutze die App nur zum Zeitvertreib, heißt das Fazit der Forscher. Tatsächlich: Die wenigsten User hatten über die App wirklich Sex miteinander.

Die meisten Tinder-User haben eine hohe Soziosexualität

Das Psychologen-Team befragte 641 Studenten zwischen 19 und 29 Jahren. Etwa die Hälfte gab an, Tinder oder eine ähnliche Dating-App schon einmal benutzt zu haben. Ein Fünftel der User nutzt die App aktiv.

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Die große Gemeinsamkeit aller User: eine “hohe Soziosexualität”, was nichts anderes heißt als hohes Interesse an Sex außerhalb einer klassischen Beziehung. Menschen mit hoher soziosexueller Orientierung sind gegenüber Sex ohne Verpflichtungen offener, sie gehen mit Sex lockerer um und Gefühle spielen für sie beim Sex eine untergeordnete Rolle.

Tinder-User hätten aber trotzdem nicht mehr Sex, heißt es von den Psychologen. Tinder sei am Ende nicht mehr als ein weiterer Ort zur Anbahnung von Sex. Genau wie zum Beispiel eine Bar oder ein Club.

Doch davon lassen sich die Tinder-Nutzer den Spaß nicht verderben. Ganz im Gegenteil: Der Großteil Befragten gaben an, die App vor allem zur reinen Unterhaltung zu nutzen. Ähnlich wie eine Spiele-App.

Wählerische Frauen, wahllose Männer

Die Studie zeigt auch, wie unterschiedlich Männer und Frauen die App nutzen.

Frauen verweilen durchschnittlich viel länger auf einem Profil, bevor sie sich für oder gegen einen Kandidaten entscheiden. Wie sieht er auf den Fotos aus? Wer ist da mit ihm auf den Fotos? Wo arbeitet er? Wie weit ist er weg? Wie ist seine Selbstbeschreibung?

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Männer hingegen treffen die Entscheidung viel schneller.

Ob das Online-Dating jetzt tatsächlich zu einem Sexdate führt oder nicht: Spaß macht es allemal.

(ks)