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17/05/2018 08:31 CEST | Aktualisiert 17/05/2018 14:31 CEST

Lehrer ertränkt Waschbär – seine Schüler verteidigen den Mann

“Als der Waschbär versuchte, Luft zu holen, drückten sie ihn mit Metallstäben runter."

  • In den USA sorgt derzeit ein Fall von Tierquälerei für Aufsehen.
  • Ein Lehrer hatte vor seiner Klasse einen Waschbären ertränkt – Ehemalige nehmen ihn in Schutz.
  • Oben im Video seht ihr einen weiteren Fall von erschreckender Tierquälerei in den USA.

Das Wasser steigt langsam an, der Waschbär kämpft ums sein Überleben. Doch ein Lehrer im US-Bundesstaat Florida kennt kein Erbarmen. Er drückt er das Tier unter Wasser – die umstehenden Schüler müssen alles mit ansehen.

“Das macht mich krank. Es macht mich krank im Magen. Es ist ist schlimm”, sagt die Mutter eines der anwesenden Schüler dem US-Lokalsender WKMG News 6.

Ein 14-sekündiges Video hat die grausame Tat festgehalten, die am Montag im Landwirtschaftsunterricht passiert sein soll. Der Schüler, der sich seiner Mutter offenbarte, soll mit Tränen in den Augen nach Hause gekommen sein.  

Mit Metallstäben unter Wasser gedrückt

Die Aufnahmen des Schülers zeigen zuerst einen gefangenen Waschbär, der in Teilen der USA als Störer empfunden wird und sich auch in den Städten ausgebreitet hat. Schüler und der Lehrer heben den Käfig dann in ein Fass, dass mit Wasser gefüllt wird.

“Als der Waschbär versuchte, Luft zu holen, drückten sie ihn mit Metallstäben runter. Als der Waschbär versuchte, seinen Kopf hochzuziehen, hielten sie Wasserschläuche in seinem Gesicht, um ihn zu ertränken”, erzählte die Mutter im Fernsehen.

“Nur für den Sport” 

Im Video auch zu hören: “Warum kämpft er nicht”, fragt einer der Anwesenden.

Laut der Mutter seien am Montag gleich zwei Waschbären ertränkt worden. Außerdem ein Opossum das “nur für den Sport” getötet worden sei.

Fraglich ist, ob es überhaupt eine Strafe für den Lehrer gibt: Laut der US-Zeitung “Washington Post” sei es unklar, ob es sich bei dem Vorfall um kriminelle Handlungen handelt. Laut der Webseite der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission ist es in dem Bundesstaat erlaubt, Tiere, die als Plage klassifiziert sind, zu fangen. 

Diese “müssen innerhalb von 24 Stunden nach dem Fang oder der Inspektion der Fallen legal oder menschenwürdig eingeschläfert werden”, heißt es bei der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission.

Allerdings ermitteln derzeit die Strafverfolgungsbehörden zusammen mit der Commission. Deren Sprecher sagte, man “nehme diese Dinge ernst”.

Bisher keine Auffälligkeiten

Der Lehrer wurde mittlerweile beurlaubt, während auch die betroffene Schule in Ocala den Vorwürfen nachgeht, sagte Kevin Christian, Sprecher der öffentlichen Schulen für das Marion County, der “Washington Post”.

Christian betonte, dass der Schulbezirk in den 34 vergangenen Jahren keine Beschwerden zu dem Lehrer vermerkt hatte. 

Wohl auch deshalb stellten sich ehemalige Schüler hinter den Lehrer. In einer Erklärung, die die Alumni auf Facebook veröffentlichten, beschrieb sie ihn als einen Lehrer, der hart für seine Schüler arbeitete und sich um die Landwirtschaft kümmerte.

“Wir möchten sagen, dass wir zu 100 Prozent hinter unserem Berater stehen und alles, was er für seine Kinder/Schüler tut”, heißt es in der Stellungnahme der Gruppe. “Er ist immer über seine Pflicht hinausgegangen, um sicherzustellen, dass seine Schüler alles hatten, was sie brauchten.”

“Waschbären sind keine süßen kleinen pelzigen Kreaturen”

Die Ex-Schüler kritisieren die Berichterstattung über den Vorfall, die Medien würden die Situation “auf unnötige Längen eskalieren”.

“Wir müssen uns auf all die äußerst positiven und lebensverändernden Dinge konzentrieren, die dieser Mann für die Menschen getan hat”, schreibt die Gruppe. “Wir müssen ihn in dieser Zeit der Not unterstützen und zeigen, dass wir eins sind.”

Zahlreiche Nutzer, die den Facebook-Post kommentierten, verteidigten den Lehrer ebenfalls. Solche Aktionen seien notwendig, um die Farmen zu schützen und das Vieh am Leben zu erhalten.

“Waschbären sind keine süßen kleinen pelzigen Kreaturen”, schreibt ein Kommentator. Sie sind sehr zerstörerisch und gefährlich. 

Fraglich bleibt, ob es kein andere Möglichkeiten gibt, als die Tiere langsam und qualvoll zu töten.