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21/08/2018 14:50 CEST | Aktualisiert 21/08/2018 14:50 CEST

Thietmar, der hässliche Chronist im Bischofskleid

Im Merseburger Dom auf Thietmars Spuren ins Mittelalter

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Bischof Thietmar von Merseburg

„… Da siehst du in mir ein kleines Männlein, die linke Wange und Seite entstellt…

Meine in der Kindheit gebrochene Nase gibt mir ein lächerliches Aussehen. Über alles würde ich nicht klagen, hätte ich innere Vorzüge. Aber ich bin nichtswürdig, sehr jähzornig und unlenksam zu Guten, habsüchtig, spottlustig… Niemand schone ich, wie es meine Pflicht wäre. Ich bin ein Schlemmer und Heuchler, Geizhals und Verleumder und zum Schluss dieser mir zu Recht zugeschriebenen Laster: Ich bin schlimmer als man zu sagen und zu glauben mag.“

So beschrieb Bischof Thietmar von Merseburg (975-1018) sein Selbstbildnis in seiner berühmten Chronik aus dem Mittealter. Die Brunnenfigur im Kreuzgang des Doms unterstreicht die Einschätzung. Schon Mitte dreißig wirkt Thietmar als gebeugter Greis.

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Der Merseburger Dom

Seine Wirkungsstätte, der Dom, ist auch Schauplatz der Sonderausstellung „Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte“. Sie findet als Beitrag zum 100. Todestag und zum Kulturerbejahr vom 15. Juli bis 4. November 2018 statt.

© Copyright K.-H. Hänel
Der Merseburger Dom aus dem 3-D-Drucker

Dom- und Museumführerin Beate Tippelt vor einem digital gedrucken Model des Domes.

Mehr Fotos und die ganze Geschichte im Blog.Liebhaberreisen

Text © Copyright: Karl-Hugo Dierichs Fotos © Copyright: Karl-Heinz Hänel

Keywords: Kultur, Geschichte, Merseburger Dom, Merseburg, Thietmar