POLITIK
17/02/2018 14:24 CET | Aktualisiert 17/02/2018 14:31 CET

May soll in München den Brexit erklären – plötzlich spricht sie Deutsch

Grüß Gott, Frau Premierministerin!

Screenshot
Freut sich, dass sie so gut Deutsch kann: Großbritanniens Premierministerin Theresa May. 
  • Theresa May ist am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu Gast
  • Im ARD-Interview soll sie den Brexit erklären – und wechselt quietschvergnügt ins Deutsche

Theresa May hat einen undankbaren Job. Allerdings ist sie daran auch selber Schuld. Immer wieder soll die britische Premierministerin erklären, warum sich ihr Land mit dem EU-Austritt selbst das Messer in den Rücken rammt. 

Und immer wieder scheitert May. Bis heute konnte sie sich nicht dazu durchringen zu sagen, ob sie damals für den Brexit stimmte oder es heute wieder tun würde. Sie steht einfach nicht hinter dem, was sie tut. 

Unangenehme Fragen gestellt werden ihr deshalb umso mehr. Auch am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Samstag. Da fragte ein Team der ARD May, wieso sie den Brexit vorantreibe – und erhielt auf einmal eine Antwort auf Deutsch

“Wir verlassen die EU, aber nicht Europa”

Es werde weiterhin eine gute Kooperation zwischen Großbritannien und der EU geben, begann May noch in ihrer Landessprache.

Um dann mit einem breiten und vergnügten Grinsen auf Deutsch hinzuzufügen: “Wir verlassen die EU, aber nicht Europa.” 

Hehre Worte, die natürlich beschönigen, wie schwierig sich die Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union tatsächlich gestalten werden. 

Mehr zum Thema: Thorntree ist die Brexit-Hauptstadt – nun kommen den Menschen dort erste Zweifel

May und die “tiefsitzende Ideologie”

Noch vor wenigen Tagen beschwerte sich der Brexit-Chefunterhändler der EU, Michel Barnier, dass er bisweilen keine Ahnung habe, was die Briten eigentlich wollen würden. 

Und auch bei der Sicherheitskonferenz in München sorgte May in ihrer Rede für Fragezeichen. Nach dem Brexit müsse es eine neue Sicherheits-Partnerschaft zwischen der Union und Großbritannien geben. Von einer “speziellen Partnerschaft” sprach May, die nicht durch “tiefsitzende Ideologien” gefährdet werden dürfe. 

Dass es ausgerechnet ihr Land ist, das durch eine “tiefsitzende Ideologie” die auch in Sicherheitsfragen katastrophale Brexit-Entscheidung herbeiführte, erwähnte sie dabei nicht. 

(ujo)