POLITIK
24/07/2018 12:54 CEST | Aktualisiert 24/07/2018 15:23 CEST

Telefonat mit Özil: Erdogan äußert sich zum Rücktritt des Nationalspielers

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Umit Bektas / Reuters
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich zum Rücktritt von Mesut Özil geäußert.

► Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich zum Rücktritt des deutschen Nationalspielers Mesut Özil geäußert. 

► Erdogan sagte am Dienstag, er habe am Montagabend mit Özil telefoniert. Er begrüße den Rücktritt des Spielers. “Ich küsse seine Augen”, sagte der Präsident – ein Spruchwort, das in der Türkei besondere Zuneigung ausdrückt. 

► Der Umgang mit Özil durch den Deutschen Fußball-Verband (DFB) sei unerträglich – gerade in Zeiten, in denen die Nationalmannschaft keinen Erfolg habe. “Ein so rassistischer Umgang ist nicht akzeptabel”, sagte Erdogan in Hinblick auf die Kritik am gemeinsamen Foto mit Özil.

Warum Erdogans Aussagen über Özil brisant sind: 

Ein Treffen zwischen Özil und Erdogan kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft ist der Grund, warum der Nationalspieler in heftige Kritik geriet – und nun letztendlich zurücktrat. 

► In seiner Rücktrittserklärung hatte Özil seine Entscheidung, ein Foto mit Erdogan während dessen Wahlkamps zu machen, verteidigt und keine Selbstkritik geübt. 

Stattdessen hat er nun offenbar auch noch mit Erdogan telefoniert – ein Zeichen für die sture Unbelehrbarkeit des Mittelfeldspielers in dem Eklat.

Umgekehrt zeigt die Nachricht, wie perfide Erdogan die Sorgen der türkischen Community für sich zu nutzen weiß. Die Journalistin Hüyla Özkan warnt schon lange davor und findet ihre These nun bestätigt.

Wie die Rassismus-Vorwürfe von Erdogan einzuordnen sind: 

Tatsächlich hatte Mesut Özil seinen Rücktritt vor allem damit begründet, dass er rassistisch angefeindet werde – und ihn auch der DFB solchen Attacken ausgesetzt habe. 

Özil verwies auf Hassmails und Drohungen gegen seine Familie und zitierte einen Fan, der ihn bei der WM als “Türkenschwein” und “Türkensau” bezeichnet habe. 

Erdogan, der bekannt dafür ist, den Deutschen Rassismus vorzuwerfen, unterstützt nun diese Kritik.

(lp)