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24/06/2018 23:06 CEST | Aktualisiert 24/06/2018 23:06 CEST

Teile und entrichte

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Banking: Am liebsten mit Taschenrechner und Papier

Unternehmen gründen in Deutschland – fast jeder zweite Deutsche hat bereits über ein eigenes Geschäft nachgedacht und für viele bleibt es nur bei einer unerfüllten Träumerei. Diejenigen aber, die den Sprung gewagt haben, erwarten in Deutschland ungeahnte Herausforderungen, die andere Länder längst hinter sich gelassen haben.

Banking schwer gemacht

Heute läuft vieles nicht mehr nach klassischem Muster sondern verlagert sich immer stärker ins Digitale, was sowohl Banken als auch Geschäftsleute vor neue Aufgaben stellt. Denn gerade was Digitalisierung angeht, hinkt Deutschland im internationalen Vergleich stark hinterher und erschwert es Gründern, ein modernes Unternehmen aufzubauen. Alleine die Einrichtung eines Geschäftskontos kann hierzulande bis zu 6 Wochen in Anspruch nehmen und gegebenenfalls kompliziert in der Handhabung sein. Intuitive Kontoführung? Ein Fremdwort für deutsche Banken. Dabei haben frischgebackene Geschäftsführer gerade in der Anfangsphase Dringenderes zu tun, als sich darum zu kümmern, dass ihr Online-Banking funktioniert.

Online Banking ist praktisch für private Zwecke und darüber hinaus essentiell für geschäftliche. Mal angenommen, Sie haben eine eigene Firma und beschäftigen mehrere Mitarbeiter. Sie selbst müssen Zahlungen tätigen, müssen aber auch delegieren. Nun taucht das Problem der in Deutschland angebotenen Geschäftskonten auf: Sie können lediglich vom Kontoinhaber verwaltet werden. Soll ein Mitarbeiter eine Transaktion ausführen, benötigt er dafür die Bankkarte, die geheime PIN sowie eine Vollmacht oder den Online-Zugang und die jeweilige TAN, die im besten Fall auf das Handy des Eigentümers gesendet wird. Wenn keine Möglichkeit besteht, Bankkarten an alle oder zumindest an mehrere Mitarbeiter auszuhändigen, verzögern sich Zahlungsprozesse. Immer wieder wird in Unternehmen daher auf das eigene Bargeld zurückgegriffen. Die Buchhaltung freut sich – Digitalisierung sieht anders aus.

Deutschlands digitales Standing

Auch die Statistiken der World Bank bestätigen, dass Deutschland beim Thema Unternehmensgründung nicht allzu gut abschneidet. In einem aktuellen Ranking wurde untersucht, wie leicht die Gründung eines Unternehmens in diversen Staaten ausfällt. Dänemark hat dabei die Nase vorn und belegt den dritten Platz. Die Strukturen skandinavischer Länder erleichtern es Gründern ebenfalls, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Im Gegensatz dazu belegt Deutschland nur Platz 20 von 100.

Landet Deutschland im Gesamtranking auf Platz 20, so ist das Land in den einzelnen Kategorien noch weniger erfolgreich. In der Kategorie “Unternehmensgründung” belegen wir auf Rang 113 und liegen somit deutlich hinter anderen Ländern zurück. Lediglich in 2 Kategorien ist Deutschland unter den Top 5, dahinter klafft eine Lücke und es geht erst wieder mit Platz 22 weiter.

Etablierte Banken vs. FinTechs

Was wird getan, um diesem Negativtrend entgegenzuwirken? Leider steht es momentan vor allem um das Thema Digitalisierung in Deutschland eher kritisch. Da das Geschäft für Banken derzeit weniger profitabel ist, sind die Finanzdienstleister sind übereingekommen, dass im Laufe der nächsten anderthalb Jahre immense Summen eingespart werden sollen – Summen, die man in den Ausbau digitaler Strukturen investieren könnte. Auch, oder gerade weil sie ihre Digitalisierung nicht fördern, bekommen Banken landesweit Konkurrenz von sogenannten FinTechs, welche die klassischen Bankdienstleistungen nun digitalisieren.

Ein Beispiel für solche neuen Finanzdienstleister auf dem deutschen Markt ist das Business Banking FinTech Penta. Das Konzept ist praktisch, wirkt einfach und selbstverständlich, gilt hierzulande jedoch als absolute Neuheit. Aufmerksamkeit erlangte das Unternehmen just durch sein aktuell veröffentlichtes Multi-User-Feature. User des Unternehmens können nun beispielsweise ihr Team zu ihrem digitalen Geschäftskonto hinzufügen und diese mit unterschiedlichen Befugnissen ausstatten. So besitzt ein Mitarbeiter nur Lesezugriff für Abrechnungen, ein anderer hingegen ein vom Geschäftsführer vorgegebenes Budget, um Überweisungen zu tätigen. Der Kontoinhaber hat jederzeit Einsicht in die Nutzung des Kontos, um die Transaktionen nachvollziehen zu können. Frei nach dem Prinzip: Teile und entrichte.

Klingt das Konzept von FinTechs wie Penta nicht selbstverständlich? Mich persönlich überrascht es, zu lesen, dass ein solches Geschäftskonto im so fortschrittlichen Deutschland eher die Ausnahme als die Regel bildet. Bleibt zu hoffen, dass die Jungunternehmen den Kurs weiterhin erfolgreich und effizient justieren, um international weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben und im Laufe der nächsten Jahre doch noch bessere Platzierungen in Digitalisierungs-Rankings erzielt werden können. Sollten die etablierten Banken hier nicht aufschließen, können sie sich die kommenden Jahre warm anziehen.