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16/04/2018 17:44 CEST | Aktualisiert 16/04/2018 17:46 CEST

Menschen beißen in Zitrone, um auf Krankheit aufmerksam zu machen

Die "Lemon-Challenge" ist mehr als nur ein saurer Spaß.

  • Nach der Ice-Bucket-Challenge gibt es nun die Lemon-Face-Challenge
  • Sie soll auf die Krankheit DIPG aufmerksam machen
  • Im Video oben seht ihr einige Videos aus der Challenge 

Vor vier Jahren schien für eine kurze Zeit das ganze Internet voll von der Ice-Bucket-Challenge zu sein: Hier forderten sich tausende Menschen gegenseitig auf, sich mit Kübeln voller Eiswasser überschütten zu lassen. Das Internet-Phänomen sollte auf die seltene Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen. 

► Nun gibt es eine neue Challenge in den sozialen Netzwerken: Die Lemon-Face-Challenge.

Nicht die erste “Zitronen-Challenge”

Der Name könnte dem ein oder anderen bekannt vorkommen, denn es ist nicht das erste Mal, dass Menschen dazu aufgefordert werden, sich beim Essen von Zitronen zu filmen.

Bereits kurz nach der Ice-Bucket-Challenge machte auch die Zitronen-Challenge eine Runde im Internet. Damals startete der deutsche YouTuber Y-Titty den Aufruf, sich beim Biss in die saure Frucht zu filmen, um Geld für die Welthungerhilfe zu sammeln. 

Hinter der neuen Bewegung steckt in erster Linie die Facebook-Gruppe “Aubreigh’s Army”.

Aubreigh Nicholas leidet unter seltenem Tumor

Bei der Fünftklässlerin Aubreigh Nicholas aus dem amerikanischen Alabama wurde im September vergangenen Jahres DIPG diagnostiziert, woraufhin ihre Familie die Facebook-Gruppe gründete und den Aufruf zur Lemon-Face-Challenge startete.

DIPG steht für Diffuses intrinsisches Ponsgliom und ist ein seltener Tumor in der Mitte des Stammhirns, der üblicherweise bei Kindern zwischen fünf und neun Jahren auftritt. Da der Tumor meist zwischen den Nerven verläuft, lässt er sich nicht oder nur sehr schwer operieren.

Bereits 30.000 Euro gesammelt

Mit der Lemon-Face-Challenge soll die seltene Krankheit nun mehr Aufmerksamkeit erhalten. Das Prinzip dahinter: Teilnehmer müssen in ein großes Stück Zitrone beißen und sich dabei filmen. Daraufhin sollen die Teilnehmer andere Freunde, Bekannte oder Kollegen nominieren. So soll sich die Challenge schnellstmöglich verbreiten.

Wer die Aufforderung verweigert, soll über die Plattform “Youcaring” für “Aubreys Army” spenden. Bisher kamen so unter anderem durch die Teilnahme berühmter amerikanischer Sportler bereits über 33.000 Euro für Nicholas medizinische Behandlung zusammen. 

Bisher hat der Trend seinen Weg nach Deutschland noch nicht gefunden, aber vielleicht wird er auch hier bald so bekannt wie die Ice-Bucket Challenge.

(nmi)