NACHRICHTEN
20/02/2019 11:13 CET

Münchner Polizei warnt vor "falschen Polizisten" – und hat eindeutige Botschaft

"Wir haben ein Problem."

  • Das Telefon klingelt und auf dem Display steht die 110. Ein Anruf der Polizei also? Nein!
  • Die Polizei ruft niemals Bürger von dieser Nummer an - Trickbetrüger hingegen schon. Und das ist ein zunehmendes Problem.
  • Im Video oben erfahrt ihr, wie die Trickbetrüger vorgehen und wie ihr euch schützen könnt.

Es ist immer die selbe Masche: Vermeintliche Polizisten rufen zu Hause an und behaupten, dass ein Einbruch drohe – deswegen sollten alle Wertsachen und Bargeld aus dem Haus geschafft werden. Diese müssten dann am besten der Polizei übergeben werden – der falschen Polizei, den Betrügern. 

Die Münchner Polizei bittet deshalb in einem Video die Bürger um Hilfe. Es geht um Trickbetrug und der ist vor allem bei Opfern erfolgreich, die nicht vorgewarnt sind und deshalb keinen Verdacht schöpfen. 

“Die Menschen, die wir erreichen wollen, erreichen wir nicht“, sagt ein Polizeibeamter in dem Video der Münchner Polizei. Und genau das ist das große Problem. Ohne aufmerksame Bürger haben die Verbrecher leichtes Spiel.

“Ein Thema, über das Sie reden müssen“

Damit Bürger auf diesen Betrug nicht reinfallen, appelliert die Münchner Polizei zu Aufmerksamkeit und dazu potentielle Opfer über die Gefahren aufzuklären. Denn das große Problem sei, dass die Opfer Menschen seien, die sehr isoliert lebten und weder über soziale Medien, noch über Zeitungsartikel zu erreichen seien.

Hier müssten aufmerksame Freunde und Verwandte helfen: “Ein Thema, über das Sie reden müssen“, ermutigt die Münchner Polizei. “Und zwar sowohl mit ihren Eltern, als auch mit ihren Großeltern, aber auch mit ihren Nachbarn, mit denen sie möglicherweise nicht ganz so viel reden. Helfen sie uns!“

Denn der Schaden, den Trickbetrüger anrichten, kann immens sein. Über 300 Fälle mit “falschen Polizeibeamten” hat die Münchner Polizei zuletzt in nur drei Tagen notieren müssen, nur einer war erfolgreich, doch das ist einer zu viel. Denn der betroffene ältere Mann habe dadurch seine gesamte wirtschaftliche Grundlage verloren.

So reagiert ihr richtig

Die Polizei hat auch einen Leitfaden herausgegeben, wie man sich im Falle eines Anrufes durch angebliche Polizeibeamte verhalten soll. Der wichtigste Tipp: Misstrauisch sein.

Gesundes Misstrauen sei keineswegs unhöflich. Dann immer im Kopf behalten, dass die Polizei Bürger niemals auffordert, Geld oder Wertgegenstände herauszugeben. Betrüger würden häufig behaupten, dass das für polizeiliche Ermittlungen oder um sie zu schützen notwendig sei, doch das sei immer falsch.

Wer von falschen Polizisten angerufen wurde, sollte zudem umgehend die echte Polizei kontaktieren. Falls man von der Rufnummer 110 angerufen wurde, darf man aber auf keinen Fall die Wahlwiederholung drücken, damit lande man nur wieder bei den Betrügern, warnt die Polizei. Stattdessen sollte man selbst schnell die 110 ins Telefon eintippen und sich Hilfe bei der echten Polizei holen.

(nr)