POLITIK
05/08/2018 08:39 CEST | Aktualisiert 07/08/2018 14:56 CEST

ARD-Frau fragt, warum Menschen den Sender hassen – Antwort hat es in sich

Als Antwort bekam sie: noch mehr Wut.

  • Eine ARD-Journalistin hat bei Twitter eine Diskussion über die verbreitete Wut auf den Sender angeregt.
  • Wut bekam sie dann auch schnell zu spüren.
  • Im Video oben seht ihr, warum sich die ARD vor kurzem mit einer “Brennpunkt”-Folge bei einigen Zuschauern unbeliebt gemacht hat. 

Die Gegner des Rundfunkbeitrags sind eine eingeschworene Community.

Besonders in rechten Kreisen sind die als “Zwangsgebühren” verschrienen Beiträge verpönt, immer wieder werden besonders die ARD und das ZDF scharf von Politikern und Wählern aus dem rechten Spektrum attackiert.

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Die ARD-Journalistin Christiane Meier, die in vorübergehend den Twitter-Kanal der “Tagesthemen” betreut, zeigte sich am Samstag überrascht über negative Zuschauerkommentare.

Sie wollte wissen: “Woher kommt nur diese ganze Wut?”

Als Antwort bekam sie: noch mehr Wut.

“Parteilichkeit und Hetze”

Besonders eine Antwort stach dabei heraus.

Der Zuschauer wütete: 

“Wegen Fake News? Wegen durchgehender Parteilichkeit & Hetze? Wegen 1 ‘Faktenfinder’, der nachweislich mit der Antifa sympathisiert & Kontakte zu einer linksextremen Band hat, welche Ihr zufälligerweise auch noch anpreist? Weil Ihr uns zwangsweise Geld abnehmt? Sucht Euch was aus!”

Offenbar spielte er damit auf den Fall des ARD-Journalisten Patrick Gensing an, der im November 2015 ein Foto mit der Punkband “Feine Sahne Fischfilet“ bei Twitter teilte.

Einer Band, die in den vergangenen Jahren einige Male im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg―Vorpommern auftauchte.

 

Der Zuschauer schrieb weiter:

“Und nein, deswegen hasse ich Euch nicht, aber das, was Ihr tut, was Ihr damit auch unserem Land, unserer Zukunft und auch meinen Kindern antut, das macht mich selbstverständlich wütend. Es wundert mich, dass es Sie überhaupt überrascht? Oder war das eine rhetorische Psychofrage?”

Auf die Nachfrage anderer Nutzer, was die Sender “den Kindern” antuen würden, fand der Kritiker indes keine Antwort.

“Ich will wirklich verstehen”

Meier bedankte sich für die Antwort, die sie sogar retweetete.

Sie wolle wirklich verstehen, woher die Wut der Menschen komme, schrieb sie. “Ich kann mich nämlich in diesen Beschreibungen nicht wiederfinden”, so die ARD-Frau.

Ein anderer Nutzer schien von der Dialogbereitschaft der Journalistin befremdet:

“Es ist ein Fehler solche Leute verstehen zu wollen. Damit verschwenden wir wertvolle Zeit und Energie. Da ist so viel Ignoranz, Hass und Vorgestrigkeit mit der ich mich auch nicht identifizieren kann. Wählen, Stellung nehmen und Zivilcourage zeigen ist das einzige was hilft.” 

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ARD: Kein “Staatsfunk”

Die Debatte ist keineswegs neu.

Immer wieder wird den öffentlich-rechtlichen Sendern von Rechten angelastet, eine Art “Staatsfunk” darzustellen. Laut Verfassung ist die ARD aber unabhängig.

In den Aufsichtsgremien, die ARD und ZDF kontrollieren, sitzen “gesellschaftlich relevante Gruppen”. Dazu gehören etwa Kirchenvertreter, Gewerkschafter und maximal 30 Prozent Vertreter von Parteien und Landesregierungen.

Auch die umstrittene Finanzierung der Programme kommt nicht aus dem Staatshaushalt, sondern über die Rundfunkgebühr zustande.

(jg)