POLITIK
18/12/2018 07:56 CET | Aktualisiert 18/12/2018 10:52 CET

"Tagesthemen"-Kommentator: Skandal um Frankfurter Polizei hat "auch gute Seiten"

"Politiker sollten über das Umfeld nachdenken, in dem sich Polizisten radikalisieren könnten."

  • Mit deutlichen Worten nimmt sich ARD-“Tagesthemen”-Kommentator Thomas Kreutzmann den Fall um rechtsextreme Polizisten in Frankfurt vor.

  • Der Moderator erkennt “auch gute Seiten” – und leitet Forderungen aus dem Fall ab.

Der Skandal um Rechtsextremismus in der Frankfurter Polizei erschüttert Deutschland – und war auch Thema der ARD-“Tagesthemen” am Montagabend.

► Darin nahm sich ARD-Journalist Thomas Kreutzmann den Fall in einem Kommentar mit deutlichen Worten vor.

“Widerlicher kann eine Gesinnung nicht sein”, sagte er mit Blick auf die Polizisten, die im Verdacht stehen, die NSU-Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz bedroht zu haben.

► Sie erhielt ein Fax mit den Worten “Wir schlachten deine Tochter”, unterschrieben war es mit “NSU 2.0”.

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► Außerdem wird den Polizisten vorgeworfen, in einer Chat-Gruppe Hitler-Bilder, Hakenkreuze und rechtsextreme Texte ausgetauscht zu haben.

“Sollte davon etwas zutreffen, müssen alle Alarmglocken schrillen”, sagt “Tagesthemen”-Kommentator Kreutzmann.

ARD-“Tagesthemen”: Skandal erreicht Politik bis zum Innenminister

► Aber: “Die Frankfurter Vorfälle haben auch gute Seiten”, sagt er.

“Der Staatsschutz ermittelt schon länger gegen Polizeikollegen ohne falschen Korpsgeist. Das Erschrecken über die Ermittlungspannen in der früheren NSU-Anschlagsserie hat offenbar etwas bewirkt. Und der aktuelle Skandal hat die Politik bis zum Bundesinnenminister erreicht.”

Die Politiker sollten jetzt auch über das Umfeld nachdenken, in dem sich Polizisten radikalisieren könnten, fordert der ARD-Journalist. Etwa eine “schmale Bezahlung bei Gefahr für Leib und Leben” und “Frustration bei der Strafverfolgung”. 

Außerdem müsse man darüber nachdenken, was es für eine Anwältin und Mutter bedeute, täglich dutzende Drohschreiben zu erhalten. Sie habe Anspruch auf Respekt und Schutz – “für sich und ihre Familie”, schließt der ARD-“Tagesthemen”-Kommentar.

(ben)