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02/01/2019 14:15 CET | Aktualisiert 02/01/2019 14:15 CET

Szenario des „Europäischen Frühlings“ könnte sich wie ein Lauffeuer ausbreiten

Die Unruhen im Herzen von Paris sind der Keim einer unvermeidlichen Änderung der Regeln des sozioökonomischen Spiels in Europa.

Die „Gelben Westen“ protestieren gegen die steigenden Treibstoffpreise und Lebenshaltungskosten, während sie die Straßen verwüsten, Autos in Brand setzen und Geschäfte auf den Champs-Élysées plündern. Sogar die Statue von Marianne, das nationale Symbol der Freiheit, die aus der Französischen Revolution hervorging, konnte dem Zorn der Demonstranten nicht entkommen.

Diese gewalttätigen Handlungen drücken das wachsende Gefühl der Menschen aus, von ihren Regierungen beraubt und ausgenutzt zu werden. Abgesehen von denen, die auf die Straße gehen, beginnen viele zu spüren, dass die herrschende Elite sich um ihre eigenen Interessen kümmert, ohne die Bedürfnisse ihrer Bürger zu berücksichtigen. Sie beginnen zu erkennen, dass ihre Führungskräfte an der Spitze eine Mission vor den Augen haben: ihren Thron auf jede mögliche Weise zu verteidigen.

Wenn moderne Europäer sich mit dem Wenigen, was ihnen in den Taschen geblieben ist, enteignet fühlen, wird alles zulässig. Ihre barbarische Seite kommt zum Vorschein, und ihre Wut führt zu Gewalt, Plünderung und Chaos auf der Straße. Selbst wenn im nächsten Moment Verhaftung und Gefängnis drohen, kann das ausbrechende menschliche Ego nicht mehr gebremst werden.

Als die Unruhen ausbrachen, befand sich der französische Präsident Emmanuel Macron auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires und saß mit weiteren Staats- und Regierungschefs am Tisch, von denen jeder sich auf seine persönlichen Interessen konzentrierte. In ihrem Fall macht das Ego blind und verhindert das Erkennen des verworrenen Netzwerks globaler Interdependenz, welches sie verbindet. Jedes Führungsoberhaupt ist damit beschäftigt, einen anderen Knoten zu binden und zu ignorieren, wie sich die Realität um sie herum entwirrt.

Auf dem Gipfel gab Trump den Ton an und tat sein Bestes, um die Interessen seines Landes zu sichern. Gemeinsam mit seinem chinesischen Kollegen gelangte er zu einer Vereinbarung, die beiden Staaten zugutekommen soll. Der US-Präsident besteht auf seinem Isolationismus, jedoch mit dem klaren Ziel, seinem Land zu helfen. Das äußert sich beispielsweise darin, dass er die Einreise illegaler Einwanderer nach Amerika blockieren will, im Gegensatz zu Europa, das seine Türen weit offen hält.

Europa erinnert in seinem Niedergang an die Sowejetunion in der Zeit vor dem Zerfall. Die soziale Polarisierung intensiviert sich täglich, und einige Länder streben einen Austritt aus der Europäischen Union an, während die Einwanderungswellen das soziokulturelle Gefüge des Kontinents weiterhin erschüttern.

Der mächtige Schlag, der Europa schockieren wird, wird jedoch die Dissonanz zwischen Wohlstand und Armut sein. Während Milliarden Euro durch die Europäische Union fließen, wird die Mittelschicht immer ärmer und wütender. Zur gleichen Zeit nähert sich eine beispiellose technologisch-industrielle Revolution, die Hunderte von Millionen von Arbeitsplätzen bedroht.

Wenn an die 60% der Bürger in einem der europäischen Länder ohne Job dastehen und nicht mehr zurückkehren können, ist eine Änderung der Spielregeln unumgänglich. Man kann sich leicht ein Szenario des „Europäischen Frühlings“ vorstellen, bei dem sich Ausschreitungen – wie wir sie gerade in Paris gesehen haben – wie ein Lauffeuer in ganz Europa ausbreiten.

Noch heute prognostiziert eine Gruppe von Statistikern aus Polen, dass es etwa 12 Jahre dauern wird, bis es zu einer „globalen Finanzkrise von beispiellosem Ausmaß“ kommt. In einem global integrierten System, in dem jeder Teil mit allem anderen verwachsen ist, kann eine solche Krise sicherlich vorab auftreten.

Der erste notwendige Schritt bei der Änderung der Spielregeln besteht darin, jeder Person eine Form des Grundeinkommens zu bieten, welche die Grundbedürfnisse des Lebens abdeckt. Brot allein wird den Menschen jedoch nicht lange zufrieden stellen. Ein garantiertes Einkommen besänftigt den Körper, nicht aber den Geist.

Wirtschaft ist ein Spiegel der menschlichen Beziehungen. Es geht darum, was man der Gesellschaft gibt und von ihr erhält. Wenn man also von der Gesellschaft das erhält, was man braucht, und nicht mehr nach seinem sozioökonomischen Status beurteilt wird, dann müssen sich die sozialen Werte ändern.

Viele werden um die Bildung neuer sozialer Werte konkurrieren: Staatsoberhäupter, Religionen, radikale Aktivisten und verschiedene Ideologien. Allerdings kann nur ein soziales Konzept die Europäer vereinen und den Frieden auf der Straße erhalten. Es ist das Konzept, das mit dem natürlichen Verlauf der menschlichen Entwicklung in Einklang steht. Es ist das Konzept, das jeden Menschen erkennen lässt, dass wir alle miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Es wird die Menschen auf eine höhere Stufe des Bewusstseins,  auf eine tiefere Verbindungsebene bringen und ihren Geist mit einer neuen Motivation erfüllen. Letztendlich wird die Qualität der Verbundenheit zwischen den Menschen die Grundlage für eine gesunde und neue Gesellschaft und Wirtschaft sein.

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