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16/03/2018 12:26 CET | Aktualisiert 16/03/2018 15:04 CET

Wenn ihr in Cafés dieses Wort sagt, könnt ihr Obdachlosen helfen

Manchmal reichen auch die kleinen Gesten.

  • Eine geniale Idee aus Italien verhilft Obdachlosen zu einem heißen Gratis-Kaffee.
  • Auch bei uns in Deutschland findet sie immer mehr Unterstützer
  • Im Video oben: Restaurantbesitzerin stellt seit Monaten jeden Tag einen Kühlschrank vor ihre Tür - das ist der Grund

Es kann so einfach sein, Gutes zu tun. Manchmal reicht es, in ein Café zu gehen und etwas zu bestellen: zum Beispiel einen Kaffee und “einen Aufgeschobenen”. 

Der Kunde zahlt dann zwei Kaffee, bekommt aber selbst nur einen. Für den anderen wird an der Bar ein Sternchen oder Strich auf einer Liste notiert. Abgeholt werden können die “aufgeschobenen Kaffee” dann später von Menschen, die sich selbst keinen leisten können.

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Suspended Coffee – eine Idee aus Neapel

Die Idee soll ursprünglich aus Italien stammen. Mit dem “Caffè sospeso” leisteten zahlungskräftigere Gäste schon vor 100 Jahren in Neapel eine kleine tägliche Spende an die Ärmeren.  

Seit der Ire John Sweeney die Bewegung “suspendedcoffees” vor fünf Jahren gründete verteilt sich die simple aber gute Idee auf der ganzen Welt. Über alle Kontinente verteilen sich mittlerweile die teilnehmenden Cafés.

Nach Deutschland geholt hat die Idee Saskia Rüdiger, eine Schülerin aus Leipzig. Auf ihrer Seite “suspendedcoffee.de” schreibt sie über ihre Beweggründe:

“Oft kann man einen anderen Menschen schon durch eine kleine Geste oder eine kleine Aufmerksamkeit glücklich machen.”

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Mittlerweile gibt es im deutschsprachigen Raum 260 teilnehmende Cafes, verteilt über ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz. 

Gutschein für Obdachlose

Die Idee wird dabei durch die Erfahrungen der Teilnehmer immer weiterentwickelt und verfeinert.  

So hat zum Beispiel Anja Winkler, Inhaberin des Kölner “Café parl*or” bemerkt, dass sich viele Bedürftige gar nicht trauten, an der Theke öffentlich nach einem gratis Kaffee zu verlangen. Sie schämten sich einfach zu sehr, sagte sie dem “Kölner Stadtanzeiger”

Deshalb könnten Kunden jetzt auch einen Gutschein für einen “Aufgeschobenen” erhalten, den sie dann an Obdachlose weitergeben können, damit diese etwas in der Hand hätten. 

Auf Facebook hat die Seite “Suspended Coffees Germany” mittlerweile über 10.000 likes – für Saskia Winkler ein Ansporn, das Projekt noch bekannter zu machen:

“Dafür möchten wir zukünftig auch noch mehr offline aktiv werden und die Menschen erreichen und informieren.”, sagt sie auf Facebook.

(tb)