POLITIK
12/06/2018 04:23 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 06:15 CEST

Surrealer TV-Moment: Ex-Basketballstar Rodman weint wegen Trump-Kim-Gipfel

"Ich erhielt Todesdrohungen."

Screenshot
Tränen der Wut und der Freude: Dennis Rodman analysiert bei CNN das Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong-un. 
  • Der Ex-Basketballstar Dennis Rodman hat dem US-Sender CNN ein Interview zum Trump-Kim-Gipfel gegeben. 
  • Rodman, der Kim einst seinen “Freund” nannte, brach während des Gesprächs in Tränen aus – aus Freude, aber auch aus Wut.

Es ist ein seltsamer Moment während eines historischen Ereignisses: Kurz nach dem ikonischen Handschlag von Kim Jong-un und Donald Trump schaltet der US-Sender CNN den Ex-Basketballstar Dennis Rodman zum Interview. 

Rodman ist eine kuriose Figur im Nordkorea-Konflikt: Der Sportler hat das Kim-Regime in der Vergangenheit häufig besucht, er nennt den Diktator Kim Jong-un seinen “Freund” und hatte sich seit langer Zeit für eine Annäherung an die USA eingesetzt. 

Das Interview mit CNN gerät dementsprechend emotional. Rodman ist so außer sich über das Treffen zwischen Trump und Kim, dass er in Tränen ausbricht. Aus Freude – und aus Wut. 

Rodman über Kim Jong-un: “Er ist kein dummer Mensch” 

Rodman, der eine “Make America Great Again”-Mütze und ein T-Shirt mit Werbung für eine Cryptowährung trägt, freut sich zu Beginn des Gesprächs einfach über den Tag.

Er freut sich darüber, dass es endlich persönliche Gespräche zwischen den USA und Nordkorea gibt. Dann wird er sehr emotional, er schluchzt, er weint. Und sagt: 

“Ich habe nie aufgehört, mich für diese Gespräche einzusetzen, ich habe immer an Nordkorea geglaubt.

Barack Obama hat mir nicht zugehört, er hat mich abgewiesen. Kim sagte mir, wenn die USA ihre Schiffe abziehen, dann werde ich ihnen zuhören.

Und jetzt ist es soweit, was ein großartiger Tag. Niemand hat mir geglaubt, ich kam in die USA und habe Todesdrohungen bekommen. Jetzt bin ich so glücklich. Kim will einfach eine gute Zeit haben, er will die Welt sehen, er will in die USA kommen.

Er ist kein dummer Mensch, er verteidigt seine Ehre. Jetzt wird es Zeit brauchen. Wenn Trump und Kim das verstehen, dann wird es vorangehen. Es wird ein großartiger Gipfel sein

Donald Trumps Sekretärin rief mich an, sie sagte mir, Trump sei so stolz auf mich. Ich bin einfach froh, heute hier zu sein. Lasst uns einfach auf das Beste hoffen.”

Rodman weicht Frage nach Kims Menschenrechtsverbrechen aus

Angesprochen auf die Menschenrechtsverbrechen von seinem “Freund” Kim Jong-un, lenkt Rodman ab: “Krieg, Politik, davon habe ich keine Ahnung. Sie sollen einfach Eistee trinken.” 

► Tatsächlich hat die US-Regierung vor dem Gipfel zwischen Trump und Kim angekündigt, mit Nordkoreas Diktator nicht über Menschenrechte sprechen zu wollen. 

Viele Experten warnen deshalb davor, den Gipfel zwischen den beiden Staatschefs mehr zu sehen, als einen historisch-symbolischen Schritt – schließlich habe Kim Jong-un noch keine echten Versprechungen gegenüber den USA gemacht und profitiere vor allem von der Außenwirkung des Treffens. 

(mf)